Taucher entdecken alte Kogge

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16.10.2004 21:46
Kategorie: News
OSTSEE Gehlenberger Freunde auf Schatzsuche im Kleinen Belt – „Ein Paradies“

Taucher aus Gehlenberg finden eine versunkene holländische Kogge im Kleinen Belt vor Dänemark. Das nächste Ziel ist das Wrack eines alten Zerstörers.

Ein unbetauchtes Wrack zu finden ist wie ein Sechser im Lotto, sagt Wilfried Wolf (31). Dieses Glück hatten er und Jens Polle (33) sowie Stephan Immken (38) aus Gehlenberg vor wenigen Wochen: Im tiefen Wasser des Kleinen Belt vor Dänemark fanden sie in der Nähe von Bredgrund ein bisher unbekanntes Schiffswrack – „eine holländische Kogge“, präzisiert Wilfried Wolf.

Wieviel Glück dazu gehört, beweist der Zufall, den dieser Fund begleitet: „Ein Freund von uns hat einen Fischer fluchen hören, dass seine Netze ständig zerreißen“, berichtet Wolf, „und das immer an der gleichen Stelle“. Worte, die einen Bekannten der drei Gehlenberger aufhorchen ließ. Er betreibt eine Tauchbasis in Dänemark. Neugierig geworden entschieden sich die ambitionierten Freizeittaucher aus Gehlenberg, diesem Mysterium im Kleinen Belt auf den Grund zu gehen. Echolot und Sonar zeigten eine Erhebung von drei bis vier Metern auf einer Länge von rund 30 Metern an – ein Hinweis, dass da unten ein Schiffswrack liegen könnte.

Die Ostsee – für Wracktaucher ein wahres Paradies. Wolf: „Da liegen tausende von Schiffen auf dem Grund.“ Nur wenige sind bisher gefunden. Die Hoffnung, ein unbetauchtes Wrack zu finden, treibt die drei Gehlenberger jedes Jahr in die kalte See. Bei einer Sichtweite von oft nur wenigen Metern streifen sie mit Taschenlampen über den den Meeresgrund. „Da unten ist es wie in einem großen dunklen Loch“, sagt Stephan Immken. Metalldetektoren helfen, Relikte zu orten. Goldmünzen haben sie schon an die Oberfläche geholt – und eine alte Pfeife.

Aus dem jetzt gefundenen Wrack, einem Lastensegler, haben sie Wandkacheln geborgen. Die liegen derzeit beim Amt für Bodendenkmalpflege. Dort wird recherchiert, wann das Boot gesegelt ist. Das begehrteste Souvenir sei die Schiffsglocke mit dem Schiffsnamen. Die konnten die Gehlenberger jedoch noch nicht finden. Möglichst große Schätze zu bergen, das ist nicht das Ziel von Wolf, Immken und Polle: „Wir wollen vor allem etwas über die Geschichte des Seglers erfahren“. Im nächsten Jahr wollen sie den Lastensegler erneut genau unter die Lupe nehmen.

Im August dieses Jahres haben sie ein weiteres Mal das Wrack eines Motorseglers betaucht, das sie im letzten Jahr mit Mitgliedern des Tauchvereins „Delphin Cloppenburg“ fanden. Ein neues Ziel haben die Hobbytaucher auch schon: In der Flensburger Förde haben sie einen unbetauchten Zerstörer aus dem Zweiten Weltkrieg ausfindig gemacht. „Wir haben schon genau eingekreist, wo der liegen muss“, sagt Wolf. Die Koordinaten verraten sie natürlich nicht, schließlich wollen sie die Ersten am Wrack sein.

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