Tauchboot „Alvin“ absolvierte 5.000. Tauchgang

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28.11.2018 16:21
Kategorie: News

Bemanntes Tiefsee-Forschungstauchboot seit über 50 Jahren im Einsatz

„Alvin“, das einzige bemannte Tiefsee-Forschungstauchboot der USA, erreichte einen weiteren Meilenstein in seiner langen Karriere am 25. November 2018, als es während einer Expedition im Guaymas-Becken im Golf von Kalifornien seinen 5.000sten Tauchgang absolvierte.

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Das Tauchboot „Alvin“ gehört der US-Navy und wird von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) betrieben.  Es wurde am 5. Juni 1964 offiziell in Betrieb genommen und hat im Laufe der Jahrzehnte eine Reihe von Verbesserungen und Umbauten erfahren. Das Tauchboot wurde komplett neu gestaltet, seine Fähigkeiten erheblich erweitert.

Auf einer Expedition 1977 entdeckten Wissenschaftler mit „Alvin“ heiße Quellen am Meeresboden. Die Entdeckung dieser hydrothermalen Quellen ermöglichte es den Wissenschaftlern, das Rätsel des Wärmeflusses von der Erdkruste in den Ozean zu lösen. Erstmals konnten so auch Lebensgemeinschaften von Tiefsee-Organismen beobachtet werden, die vorher völlig unbekannt waren. Außerhalb der Reichweite des Sonnenlichts wurden die Gemeinschaften nicht über die Photosynthese, sondern durch die Chemosynthese unter Verwendung der aus dem Meeresboden fließenden Chemikalien angetrieben.

"'Alvin' hat unser Verständnis für die Extreme, die das Leben tolerieren kann, revolutioniert und uns veranlasst, den Ursprung des Lebens auf unserem Planeten neu zu überdenken", sagt Adam Soule, Chefwissenschaftler der National Deep Submergence Facility (NDSF), die das Tauchboot und betreibt. "Das Tauchboot erweitert auch weiterhin unser Wissen darüber, wo und wie Leben auf anderen Planeten existieren könnte."

„Alvin“ hat im Laufe der Jahrzehnte viele bedeutende Einsätze absolviert, darunter die Unterstützung bei der Bergung einer verlorenen Wasserstoffbombe, die Erforschung des Wracks der „Titanic“ und die Untersuchung der Auswirkungen auf Tiefseekorallengemeinschaften im Golf von Mexiko nach der verheerenden Ölpest auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“.

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„Alvin“ ist eines von nur fünf Tiefseeforschungs-Tauchbooten auf der Welt. Das „Arbeitspferd unter Wasser“ führt etwa 100 Tauchgänge pro Jahr durch.

Derzeit erreicht „Alvin“ eine Tiefe von 4.500 Metern, was den Forschern einen persönlichen Zugang - bei Tauchgängen von bis zu zehn Stunden - zu etwa zwei Dritteln des Meeresbodens ermöglicht. Das Tauchboot wird demnächst umgerüstet, so dass das Tauchbott auch Tiefen von bis zu 6.500 Meter erreichen kann.

Weitere Informationen: http://www.whoi.edu.