Sharm el Sheik: Status nach den Haiangriffen

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09.12.2010 14:58
Kategorie: News

Aktueller Status Sharm el Sheik nach den Haiattacken

9.12.10/Sharm el Sheikh/CDWS: Die drei renommierten Haiforscher (siehe auch Meldung vom 6.12.2010) arbeiten vor Ort mit den Behörden an der Ursachenforschung der Haiattacken vor Sharm el Sheikh. Dabei werden sowohl Augenzeugenberichte als auch Foto- und Filmaufnahmen mit den Forschungsdaten der Spezialisten abgeglichen.

Die Haiforscher gehen momentan von zwei an den Unglücksfällen beteiligten Hai-Arten aus: Weißspitzen-Hochseehaie und ein Makohai. Die bisherigen Eindrücke der Forscher zu den Gründen der Attacken sind wie folgt:

- Ein oder mehrere Fälle illegaler Entsorgung von Tierkadavern in den Gewässern um Sharm el Sheikh
- Überfischung und damit starke Dezimierung der natürlichen Futterquelle der Haie
- Gezieltes Anfüttern bzw. Mitnahme von Speiseresten durch Schwimmer, Schnorchler und teils auch Tauchern
- Extrem hohe Wassertemperaturen in der Region

Informationen zum Thema:

Aktueller Status (6.12.10)
Tödlicher Haiangriff im Roten Meer (5.12.10)
Haiangriffe im Roten Meer (1.12.10)
Spiegel Online: Todesfall nach Haiangriff

CDWS (Chamber of Diving and Water Sports)
HEPCA (Hurghada Environmental Protection)
International Shark Attack File
Florida Museum - Shark Research
Shark Research Institute
Shark School

Das Forschungsteam als auch die CDWS weisen in dem Zusammenhang daraufhin dass dies keine endgültigen Ergebnisse sind, sondern den aktuellen Stand der Ermittlungen darstellt. Die CDWS weist zusätzlich darauf hin dass unter keinen Umständen eine Hai Jagd oder ähnlicher Aktionismus ein Teil der Lösung sein kann. Im Gegenteil: Wahllose Hai-Tötungen werden von der CDWS in keinster Weise geduldet und streng geahndet werden.

Die aktuell gültigen Regelungen für den Wassersport der Region bleiben bis auf weiteres bestehen:
Zertifizierte Taucher müssen eine Mindestanzahl von 50 geloggten Tauchgängen aufweisen um in den Gebieten rund um Tiran und an den Tauchplätzen an der Naama Bay bis zum Nationalpark Ras Mohammed (Ras Mohammed ist unter diesen Bedingungen auch genehmigt) tauchen zu können.
Unter keinen Umständen sind Schnuppertauchen oder Ausbildungstauchgänge erlaubt. Weiterhin untersagt bleiben das Schwimmen und Schnorcheln, sowie alle anderen Wassersportaktivitäten.

Ein absolutes Tauchverbot bleibt im Bereich zwischen Ras Nasrani bis zum Norden der Naama Bay bestehen. Alle Strandtauchgänge in der Region Sharm el Sheikh bleiben aktuell verboten.
Hesham Gabr, Vorsitzender der CDWS, erläutert das Regelwerk: „Es ist allgemein bekannt dass Haie bei Tauchern anders als gegenüber Schwimmern oder Schnorchler an der Wasseroberfläche reagieren. Trotzdem möchten wir als weitere Sicherheitsmaßnahme dass nur erfahrene Taucher die Region betauchen. Die 50 Tauchgänge sind eine Richtmarke mit der wir sicherstellen wollen das Taucher ihre Aktivität mit der notwendigen Ruhe und kontrolliert durchführen um kein zusätzliches Gefährdungspotential durch hektisch paddelnde Tauchnovizen aufkommen zu lassen.“ Das aktuell gültige Regelwerk wird bis auf weiteres bestehen bleiben. „Wir bitten auch alle Urlauber in der Region um Verständnis für die Sperre von Wasseraktivitäten – die Sicherheit der Urlauber geht vor.

Die Haiforscher werden nach Abschluss detaillierter Untersuchungen der Vorfälle einen Themenkatalog mit Vorschlägen erarbeiten und in weiterer Folge an der Umsetzung dieser Vorschläge mitarbeiten. In einem weiteren Schritt sollen auch langfristige Lösungen wie zum Beispiel eine Strategie gegen Überfischung und illegal Entsorgung erarbeitet werden.