Shark Alliance - für europaweiten Haischutz

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05.02.2008 14:57
Kategorie: News
Shark Alliance - eine Vereinigung von über 40 europäischen und außereuropäischen Nichtregierungsorganisationen, die auf vielfältige Weise zur Verbesserung der Schutzbemühungen für Haie in Europa zusammen arbeiten.
Alle deutschsprachigen Shark Alliance-Partner trafen sich auf der 39. Internationalen Bootsausstellung in Düsseldorf. Am 24.01.2008 standen kompetente Ansprechpartner am Stand des Verbands Deutscher Sporttaucher e. V. in der Halle 3 für Fragen rund um Haie und den Haischutz zur Verfügung.

Haie sind weltweit stark durch Überfischung bedroht. Insbesondere durch die enorme Nachfrage nach Haiflossen für die in Asien begehrte und sehr teure Delikatesse der Haiflossensuppe sind Knorpelfische wie Haie, Rochen und Chimären weltweit gefährdet. Diese Nachfrage ist auch in Europa zu spüren, da die Fischer viel Geld mit dem Fang von Haien verdienen. In Europa sind bereits ein Drittel der untersuchten Arten auf der Roten Liste als bedroht eingestuft worden und jährlich kommen weitere hinzu. Im Mittelmeer sind sogar bereits 42% aller Knorpelfischarten bedroht. Laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) gibt es im Nordostatlantik und Mittelmeer mehr bedrohte Haiarten als in irgend einer anderen Region auf der Welt. "Nicht nur die asiatische Haiflossensuppe bringt viele Haiarten an den Rand der Existenz", sagt Heike Zidowitz, Vorsitzende der Deutschen Elasmobranchier-Gesellschaft (D.E.G.) und Shark Alliance Koordinatorin in Deutschland, "auch der europäische Konsum von Haifleisch, wie zum Beispiel die in Deutschland gegessenen „Schillerlocken“ sorgen dafür. Diese Nachfrage nach geräucherten Bauchlappen von Dornhaien oder Steaks vom Heringshai und die viel zu hohen Fangquoten in der EU sind der Grund dafür, dass immer noch tagtäglich vom Aussterben bedrohte Arten auf deutschen Tellern landen." Haie und ihre nahen Verwandten, die Rochen, sind biologisch besonders anfällig für Überfischung, da sie sehr groß werden, langsam wachsen, sehr alt werden und nur wenige Jungen haben, die sie meist lebend zur Welt bringen. So wird der Dornhai bis zu 70 Jahre alt, mit 20 erst geschlechtsreif und bekommt nur 5-10 Junge nach einer bis zu 22-monatigen Tragzeit, der längsten im Tierreich.

Bei dem Treffen der fünf Mitgliedsorganisationen von Shark Alliance Deutschland wurde darüber beraten, welche Signale in diesem Jahr sowohl an deutsche, als auch EU-Politik gerichtet werden, um diese stärker für den Einsatz zum Schutz der Haie zu motivieren. "Im Vordergrund der Themen des noch jungen deutschen Teils von Shark Alliance stand die Festlegung des eigenen Hintergrunds" so Dr. Ralph O. Schill, Ansprechpartner für den Fachbereich Umwelt & Wissenschaften des VDST. Die Aktionen 2007 wie beispielsweise "Sharkweek - jede Flosse zählt" vom 8. bis 14. Oktober wurden ausgiebig reflektiert. Ziel dieser Aktionswoche war es, auf den dramatischen Rückgang des Haibestands in Europa, die Rolle Europas beim internationalen Handel mit Haien und die weltweite Gefährdung der Haie hinzuweisen. Zudem wurde die unzureichende Gesetzgebung der Europäischen Union auf diesem Gebiet dargestellt. Fest steht: Die "Sharkweek" wird dieses Jahr wiederholt, das vergangene Jahr legte den Grundstein und versprach Aussicht auf nachhaltigen Erfolg. Der Tenor für das Jahr 2008 lautet: Wie können wir die deutschen Haischutz-Organisationen effektiver zusammenschließen.


Viele Haiarten sind bedroht! (© Foto: Jürgen Warnecke, VDST)



Weitere Informationen finden sich auf den Webseiten von Shark Alliance unter: http://www.sharkalliance.org



Quelle: Shark Alliance