Seeschlangen trinken Süßwasser

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16.01.2007 13:50
Kategorie: News
Auch die in Salzwasser lebenden Seeschlangen können Ihren Flüssigkeitsbedarf nur mit Süßwasser decken. Dies entdeckten Forscher in den USA.

Harvey Lillywhite von der Florida-Universität in Gainsville berichtet über diese neuen Erkentnisse auf der Konferenz der Society for Integrative and Comparative Biology.

Bei Wirbeltieren ist die Niere für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt zuständig. So sorgt sie etwa dafür, dass bei Flüssigkeitsmangel nicht zu viel Wasser ausgeschieden wird, indem sie den Urin aufkonzentriert und so Wasser zurückhält. Viele Meerestiere verfügen außerdem über zusätzliche Mechanismen, um das überschüssige Salz aus dem Meerwasser wieder loszuwerden.

Bei Seeschlangen ist dafür die so genannte Salzdrüse unter der Zunge verantwortlich. Durch Experimente wurde nachgewissen, dass diese Form der Entsalzung nicht ausrechend ist. In den Küstengewässern Taiwans sammelten er und seine Kollegen drei verschiedene Arten der Gattung Laticauda, der so genannten Plattschwanz-Seeschlangen.
Im Labor mussten die Schlangen dann so lange Zeit in Salzwasser verbringen, bis sie dehydriert waren. Daraufhin siedelten die Forscher die Schlangen in Behälter mit unterschiedlichen Salzwasserkonzentrationen um. Trotz des Flüssigkeitsmangels tranken die Tiere nur Süßwasser oder mit Süßwasser verdünntes Meerwasser, das maximal ein Viertel des ursprünglichen Salzgehalts hatte. Wasser mit einem Salzgehalt von 50 oder mehr Prozent des unverdünnten Meerwassers verschmähten sie dagegen.

Bei weiteren Experimenten wurden Seeschlangen beobachtet die 10 Tage in Salzwasser
Lebten. Tiere mit Zugang zu Süßwasser verloren deutlich weniger an Gewicht.