Schutz für Meeresschildkröten

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05.05.2011 19:29
Kategorie: News
Meeresschildkröte
Die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM) fördert ein vom „Eine-Welt-Haus“ in Jena ins Leben gerufenes Meeresschildkröten-Schutzprojekt in Nicaragua. Die beiden Organisationen wollen mithilfe Einheimischer den faszinierenden Meerestieren dort eine Überlebenschance mit langfristiger Perspektive ermöglichen.

Vier der insgesamt noch sieben existierenden zum Teil vom Aussterben bedrohten Meeresschildkrötenarten findet man regelmäßig an der nicaraguanischen Pazifikküste: Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea), Suppenschildkröte (Chelonia mydas agassizii), Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) sowie das größte Meeresreptil der Welt, die bis zu 600 kg schwere Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), die ebenfalls am Rande der Ausrottung steht.

Jedes Jahr zwischen August und Dezember kommen schätzungsweise 20.000 bis 25.000 Schildkröten zur Eiablage an die Pazifikküste von Nicaragua. Zum Bau ihrer Nester bevorzugen sie den Strand im Naturreservat Chacocente. Nach mehrwöchiger Brutzeit schlüpft der Nachwuchs und macht sich auf den Weg ins Meer. Doch kaum haben die Minischildkröten das Licht der Welt erblickt, lauern allerlei natürliche als auch menschengemachte Gefahren auf sie.

Baby-Lederschildkröte
Man schätzt, dass weniger als 1% aller geschlüpften Tiere das geschlechtsreife Alter erlangt“, erklärt Biologe und Stiftungsvorstand Ulrich Karlowski. Sie sind willkommene Beute für Fressfeinde wie Möwen, Krabben und Raubfische oder finden aufgrund von künstlichem Licht, wie bei Hotelanlagen, nicht den Weg ins Meer und verenden. Ca. 30% des heranwachsenden Schildkrötennachwuchses in Chacocente fällt Eierdieben zum Opfer, die ihre Beute auf dem Markt verkaufen. Für effektive Schutzmaßnahmen reichen die Mittel nicht aus. So fehlt es den Parkrangern selbst am Notwendigsten, sie besitzen weder Gummistiefel noch Taschenlampen oder Fahrräder, um den Strand zu patrouillieren.

Neben der dringenden Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Ranger von Chacocente ist der Aufbau einer Aufzuchtstation geplant. Sie soll etwa 30 Kilometer entfernt vom Naturreservat in der Nähe von Hotels und Restaurants errichtet werden, um so als Anschauungsobjekt für Einheimische und Touristen zu dienen und gleichzeitig das Naturreservat vor allzu großen Besucherzahlen zu schützen. Die Betreuung der Station übernehmen Fachkräfte des nicaraguanischen Umweltministeriums, unterstützt von Biologiestudenten, Schülern und Einwohnern.

Wir wollen sowohl einen besseren Schutz für die Meeresschildkröten erreichen, als auch der Bevölkerung eine alternative Einkommensquelle durch nachhaltigen Tourismus aufzeigen. Denn wirksamer Naturschutz ist auf breite Akzeptanz in der Bevölkerung angewiesen“, erklärt die DSM.

Weitere Informationen:

Logo DSM
Deutsche Stiftung Meeresschutz DSM
Tel: 089/20019968, -70
Web: www.stiftung-meeresschutz.org
Mail: info@stiftung-meeresschutz.org