Russischer Wissenschaftler hat neue Theorie über die Entstehung des Lebens

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19.10.2007 16:38
Kategorie: News
Ein russischer Wissenschaftler stellt die These auf, dass das Leben auf der Erde nicht im salzhaltigen Ozean entstand.
Diese Meinung vertritt Juri Natotschin, der Vorsitzende des Wissenschaftsrates für physiologische Wissenschaften der Russischen Akademie der Wissenschaften. Gegenüber Journalisten sagt er:„Die klassische Vorstellung über die Umweltbedingungen, in der das Leben entstand, lautet: Das Leben keimte im Meer auf - das ist unmöglich“. Juri sagte noch genauer, dass der Schlüsselfaktor für die Entstehung von lebenden Organismen die Synthese von Eiweißen aus Nukleinsäuren sei. Dieser Prozess wird von dem im Meerwasser enthaltenem Natrium verhindert. „Wenn die Flüssigkeit Natrium enthält, wird dieses System nicht funktionieren, und der Ozean hat immer Natrium enthalten. Das Leben konnte nicht in einer natriumhaltigen Umwelt entstehen“, sagte der Wissenschaftler. Um eine Synthese von Eiweißen zu erreichen, sei Kalium nötig, von dem tonhaltige Böden genug enthielten, so der Wissenschaftler. Aufgrund dessen vertritt der Wissenschaftler die Annahme, dass das Leben in kleinen mit Wasser angesammelten Vertiefungen in tonhaltigem Boden entstand. Somit konnte sich die erste Protozelle, die Vorgängerin der vollwertigen Zelle, nach Meinung des Wissenschaftlers in einer Pfütze mit Regenwasser gebildet haben.
Das Leben entstand vor etwa 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde, als die Protozelle entstand. Aber erst vor etwa 2,5 Milliarden Jahren hat es die erste vollwertige Zelle gegeben, so Natotschin.
Als die Zellen in den Ozean gerieten, mussten sie sich an die wesentlich höhere Salzkonzentration im Meerwasser anpassen. Wegen des Unterschieds des osmotischen Drucks (durch die Wechselwirkung unterschiedlicher Salzkonzentrationen) konnte die Zelle im Salzwasser platzen. Anschließend schlugen die lebenden Organismen zwei Wege ein. Natotschin zufolge schufen die Einen eine dichte Hülle und schotteten sich ab. Die anderen schufen eine Membran und verwendeten Energie für einen beständigen Wechsel von Natrium und Kalium. Den ersten Weg schlugen die Pflanzen ein, den zweiten die Tiere.
Weiters sagte er, dass es noch unklar sei, woher die Moleküle der organischen Stoffe stammten, mit denen die Biogenese begann. Diese Moleküle konnten aus dem Weltall eingebracht worden sein. „Möglicherweise wurden irgendwelche organischen Komponente zur Erde getragen, die hier eine günstige Umwelt fanden und sich weiterentwickelten“, sagte der Wissenschaftler. Ein indirektes Zeugnis davon könne die Tatsache sein, dass die modernen Bakterien, die im Weltraum waren, lebensfähig zur Erde zurückkehrten.