Rückblick Austrian Boat Show Tulln

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04.03.2012 19:33
Kategorie: News

Frühlingserwachen an der Donau

2012 begann der Frühling schon Anfang März. Kurzfristig zumindest und nach dem eisig kalten Februar zeigt die Sonne, dass sie schon wieder ganz schön Kraft hat. Wenn die Austrian Boat Show, die „Tullner boot“ öffnet, kann man oft auch schon im T-Shirt vor den Messehallen sitzen und ein Sonnenbad genießen. So auch dieses Mal.

Das frühlingshafte Wetter nutzten auch die Besucher aus nah und fern. Nix wie raus und vom Sommer träumen! So füllten sich die Parkplätze im Rekordtempo. Neben den österreichischen Autokennzeichen waren auch 2012 wieder viele aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn zu sehen. Genau klang dann auch das Sprachengewirr, das in den Hallen zu hören war.

Der osteuropäische Markt
ist von vielen Tauchbasen/schulen/shops in Österreich noch immer nicht richtig erkannt worden. Natürlich muss auch um den heimischen Taucher geworben werden. Aber ein großer Markt sind die Taucher in den Ländern im Norden und Osten Österreichs. Dort gibt es kaum brauchbare Tauchgewässer, um diesen Kundenkreis muss geworben werden. Am besten im persönlichen Gespräch. Die jenen, die das erkannt haben, sind nach Tulln gekommen und haben neue Kunden gewonnen. Die anderen müssen wohl erst aufwachen oder werden wohl verschlafen und gar nicht mehr wach werden!

Die Taucherhalle
machte einen so schönen Eindruck wie noch nie. Keine schlampig aufgebauten Stände, wie früher einmal. Alles sauber, rechtwinkelig und professionell. Das freut auch Verena Gebel, Geschäftsführerin von „Seastar“, Österreichs größtem Tauchshop. „Ich bin mit den Besuchern, ebenso zufrieden, wie mit dem Umsatz“ meinte sie und strahlte. Gebel konnte auch Aqualung überzeugen, mit nach Tulln zu kommen. Den originellsten Stand hatten „under-pressure“ aus Weyregg am Attersee. Die Almhütte aus Holz war der Hingucker der Taucherhalle und ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man seine Produkte und Dienstleistungen präsentiert und Aufmerksamkeit erregt. Basisleiter Georg „Bocki“ Bockmüller hat den Trend erkannt und meinte „Der osteuropäische Taucher ist zuverlässig und vor allem: Er jammert nicht soviel!“, als er mit einem Glas Most an die Theke kam. Erschöpft aber glücklich war „Yachtdiver“ Ernest Turnschek vom Weissensee in Kärnten. Die Eistauchsaison war ein voller Erfolg und das Eis so dick wie noch nie. Das lag an den eisigen Temperaturen im Februar, die aber leider auch einen Apnoe-Eistauchweltrekordversuch scheitern ließen. Wer den hausgemachten Speck am Stand nicht gekostet hat, hat da was versäumt! Der am weitesten gereiste Gast war wohl Bernhard Kotlan. Er war extra aus Tansania angereist, um die Tauchbasis „Diving Poseidon“ auf Sansibar vorzustellen, die er und seine Frau Ilse im Juni übernehmen werden.

Die anderen Hallen
waren auch sehr gut besucht. Hier konnte man ein schmucke Jacht kaufen oder chartern, oder so tun als ob man es könnte. Oder träumen davon. Überall wurde fachgesimpelt, Seemannsgarn gesponnen oder Geschäfte angebahnt. Andere kauften Seekarten, Flautenschieber, Ankerklüsen, Deckschuhe oder wasweissdennallesnoch. Das Angebot war so riesig wie das Interesse daran. Unglaublich was man als Bootsbesitzer oder Seebär alles braucht! Da sind wir Taucher mit unseren Siebensachen, die in den Tauchrucksack passen, ja direkt gesegnet.

Essen und Trinken
Es muss wieder einmal erwähnt werden: Wenn die Düsseldorfer Messe eine kulinarische Currywurst-Wüste ist, dann ist Tulln eine Oase der Geschmäcker: Leckere, bodenständige Hausmannskost zu äußerst fairen Preisen. Heurigenjause und ein Achterl Veltliner, Leberkässsemmel mit einem Seiterl Bier oder Apfelstrudel und dazu ein Verlängerter. So macht Messe auch dem Magen Spaß!

Auch 2012
war die boot in Tulln wieder einen Besuch wert. Besucher waren so viele wie schon lange nicht, die Messeleitung wird sich wohl über ein Rekordjahr freuen. Echte Neuigkeiten am Ausrüstungssektor gab es aber ebensowenig wie auf der großen „boot“ in Düsseldorf. Schnäppchenjäger kamen aber auch hier wieder auf ihre Kosten. Was aber zählt, ist der persönliche Kundenkontakt und die Szeneschwätzchen. Die neuesten Gerüchte werden verbreitet und alte Geschichten aufgewärmt. Pläne werden geschmiedet und Kooperationen werden vereinbart. Wer nicht anwesend ist wird ausgerichtet, das muss so sein. Oder man beschließt einfach wieder mal miteinander Tauchen zu gehen. Wer nicht in Tulln war, ist selbst schuld!