Rettungsaktion für Grindwale vs. Grindwahl Schlachtung auf den Färöern

Teile:
29.07.2002 20:37
Kategorie: News


Walschlachtung auf den Färöer Inseln
Die gemetzelten Säuger färben die See blutrot...

Während das Schicksal der 55 bei Cape Cod gestrandeten Grindwale Menschen weltweit bewegt und viele Freiwillige sich um ihre Rettung bemühten, werden auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln jedes Jahr Hunderte Grindwale und Delfine bei rituellen Massakern grausam und brutal abgeschlachtet.

Selten liegen Mitgefühl und Blutrausch so nah beieinander wie bei diesen beiden Szenarien“, sagt Ulrich Karlowski, Biologe von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). „Auf der anderen Seite des Atlantiks läuft eine dramatische Rettungsaktion und mitten in Europa werden Grindwale einem alljährlichen sinnlosen Mordritual mit Volksfestcharakter sinnlos getötet.

Die Bewohner der Färöer-Inseln treiben fast ganzjährig Grindwalschulen sowie Weißseitendelfine und Große Tümmler in enge Buchten, wo die Jäger ihnen Eisenhaken ins Blasloch rammen, um sie orientierungslos zu machen und an Land zu ziehen. Dann werden Rückgrat und Kopfarterien mit Messern durchgeschnitten. Die noch lebenden Meeressäuger verbluten langsam.

Walmassaker auf den Färöern
Walmassaker auf den Färöern

Das auf diese Weise gewonnene Walfleisch wird anschließend kostenlos an die Inselbevölkerung verteilt. Neben den Norwegern sind die Färöer damit die einzigen Europäer, die regelmäßig Fleisch von Meeressäugern konsumieren. Dabei ist Grindwalfleisch eigentlich Sondermüll, vollgestopft mit Umweltgiften wie Quecksilber, PCB (polychlorierte Biphenyle), Kadmium und Pestiziden wie Dieldrin, die sich bei den am Ende der Nahrungskette stehenden Zahnwalen im Körper anreichern.

Ende 2001 rieten die Gesundheitsbehörden der Färöer-Inseln dringend davon ab, Grindwalfleisch zu essen. Als Begründung werden nicht mehr tolerable Gesundheitsrisiken angeführt wie Störungen in der neuronalen Entwicklung bei Föten, Bluthochdruck, Immunschwächen bei Kindern und Kreislauferkrankungen sowie eine Zunahme von Parkinson-Erkrankungen und möglicherweise Unfruchtbarkeit bei Erwachsenen.

Bereits im Jahr 2000 zeigte eine von dänischen Wissenschaftlern durchgeführte Langzeitstudie, dass die rund 45.000 Bewohner der Färöer auffallend hohe Konzentrationen der bei Grindwalen nachgewiesenen toxischen Stoffe aufweisen. Die Forscher stellten insbesondere bei Kindern Sprach-, Konzentrations- und Erinnerungsstörungen fest – typische Symptome einer Quecksilbervergiftung. Diese Ergebnisse veranlassten die färöische Gesundheitsbehörde jedoch lediglich zu der Empfehlung, den Konsum von Grindwalfleisch einzuschränken.

Die GRD und weitere Umweltschutzverbände protestierten bei der dänischen Botschaft in Deutschland sowie beim Premierminister der Färöer und dem färöischen Fremdenverkehrsbüro und fordert ein Verbot dieser martialischen Waljagd. Wir appellieren an die Verbraucher, keine Produkte der Färöer zu kaufen und die Inseln als Reiseziel zu meiden. Unterstützen auch Sie den Protest!