Radfahrt mit Sarg - Promotion zum Schutz der Wale

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14.05.2007 22:33
Kategorie: News
München / Wädenswil / Húsavík: 11.5.2007 – Heute startet Bernhard Bechter, österreichischer Walschützer und Globalance-Gründer, zu einer ganz besonderen Art von Pilgerreise: Eine dreiwöchige Fahrrad-Tour entlang der Küstenlinie Islands – im Schlepptau ein Sarg. Zusammen mit den Organisationen OceanCare, GLOBALANCE und WDCS rückt er im Vorfeld der Internationalen Walfangkonferenz die Bedrohung der Wale ins Rampenlicht. Bechter hat immer wieder mit Hilfe spektakulärer Expeditionen auf die Gefährdung der Meeressäuger hingewiesen, dieses Jahr erfüllt er in Island seine Mission. Er wirbt für eine friedliche Nutzung von Walen, für Walbeobachtung statt Walfang, für Kamera statt Harpune!

Mit der Umrundung der isländischen Inselrepublik auf 1400 Kilometern – begleitet von seinem Team – warnt der Abenteurer symbolträchtig davor, Islands Tourismus-Motor „Whale Watching“ zu Grabe zu tragen. "Walbeobachtung soll im Bewusstsein der Isländer als Alternative zum Walfang etabliert werden", sagt Bernhard Bechter über seine Botschaft.

Dabei sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache: Während das immer beliebter werdende Whale Watching allein 2006 gut 23 Millionen Dollar in die Kassen der isländischen Veranstalter, Gastronomen und Hoteliers spülte, kostete der Walfang den isländischen Steuerzahler rund 3 Millionen Dollar.

Flankiert wird die friedliche Aktion von Protestkarten an die Adresse des isländischen Tourismus-Ministeriums. Bestellt werden können diese bei OceanCare und WDCS. Die Karten sind ein Appell an Islands Behörden, den Ruf des attraktiven Reiselandes nicht zu gefährden, und die Pro-Walfang-Position bei der diesjährigen Internationalen Walfang-Kommission (IWC) in Anchorage, Alaska/USA zu überdenken.

Die Aktion unterstützt Bestrebungen innerhalb von Island. Im März 2007 forderte der isländische Verband der Reiseveranstalter per Resolution die Insel-Regierung auf, alle Walfang-Aktivitäten einzustellen sowie die Walbeobachtung zu fördern. Deutlich warnten sie vor einem drohenden Imageverlust.

Seit 2003 tötet die Inselrepublik trotz eines internationalen Walfangverbotes wieder Wale, jedoch unter dem Deckmantel des "wissenschaftlichen Walfangs". 2006 hat Island zudem den Fang von Walen für kommerzielle Zwecke wieder aufgenommen. Das Land soll mit Walfleisch versorgt werden, der Handel stagniert jedoch. Eine Studie über den Walfleischmarkt geht davon aus, dass 2005 nur etwa 5 -15 Tonnen Walfleisch tatsächlich verzehrt wurden. Der Rest der Wale landete im Kühlhaus oder auf der Müllkippe. So berichtete die isländische Presse Anfang 2007, dass 179 Tonnen "Schlachtabfälle" aus dem kommerziellen Walfang auf Deponien abgeladen wurden.

"Die isländische Regierung muss sich entscheiden, denn die zwei Konzepte - Waltötung und die Faszination, lebende Wale zu beobachten - stehen in klarem Widerspruch", bringt Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS, die Situation auf den Punkt.

"Nur lebend sind die Wale für Island ökonomisch wertvoll", macht Silvia Frey, wissenschaftliche Mitarbeiterin von OceanCare, deutlich. "Rücksichtsvoll betriebene Walbeobachtung schont die Wale und bedeutet für den Inselstaat eine lukrative Einnahmequelle". Island erwartet, vorausgesetzt die Touristen bleiben wegen des Walfangs nicht aus, bis 2008 an die 100.000 Whale Watcher.

Die Tour endet am 31.5.2007 an ihrem Ausgangspunkt: in Húsavík, im Herzen der Walbeobachtung auf Island. Der Sarg wird im Anschluss an die Expedition dem örtlichen Walmuseum vermacht. Dessen Leiter, Ásbjörn Björgvinsson, begrüßt Aktionen wie die Bike-Tour in seinem Heimatland: "Es ist immens wichtig, den wirtschaftlichen Beitrag, den die Begegnung zwischen Menschen und den majestätischen Meeressäugern für die isländische Ökonomie leistet, zu betonen. Walschutz ist auch ein wirtschaftliches Erfolgskonzept!"

OceanCare und WDCS arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen und schätzen Bernhard Bechter als überzeugten und äußerst aktiven Vertreter der gemeinsamen Ziele im Walschutz. Bechter ist bereits seit 1995 auf spektakulären Reisen in der Welt unterwegs, um auf den Walschutz bzw. die Gefahren für Wale aufmerksam zu machen. So segelte er mehrmals in den letzten Jahren mit seinem Gleitschirm über Norwegen oder paddelte 1999 zur IWC nach Grenada. Letztes Jahr radelte er von Österreich nach Berlin und unterstützte erfolgreich die Kampagne gegen den Lärm in den Ozeanen.

Dieses Jahr dreht sich alles um das Land der Geysire, Vulkane und Gletscher. Bechter wird mit seinem Team Einheimischen wie Touristen, Walschützern wie Walfang-Befürwortern begegnen. Wie die Aktion aufgenommen wird und was das Team erlebt kann unter www.whalewatchingfuture.info mitverfolgt werden. Es gibt einen extra Tour-Blog, aber auch News rund um das Thema.

Weitere Informationen: www.whalewatchingfuture.info