Putsch auf den Malediven?

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07.02.2012 10:06
Kategorie: News

Polizeiputsch auf Malediven: Präsident zurückgetreten?

Nach wochenlangen Protesten und einer Meuterei der Polizei auf den Malediven hat Präsident Mohammed Nasheed angeblich seinen Rücktritt bekanntgegeben. Unklar ist bisher, ob Präsident Nasheed bereits zurückgetreten ist oder sich noch im Amt befindet. Das Büro des Präsidenten teilte mit, die Regierung unternehme alles, um die Situation zu stabilisieren. Die Bevölkerung wird zur Ruhe aufgerufen.

Verschiedenen Meldungen zufolge hat Präsident Mohammed Nasheed seinen Rücktritt bekanntgegeben. "Es ist für das Land in der in der derzeitigen Situation besser, dass ich zurücktrete", soll Nasheed in einer Fernsehansprache gesagt haben. "Ich will das Land nicht mit eiserner Hand führen. Ich trete zurück." In dem Urlauberparadies im Indischen Ozean gab es seit drei Wochen Proteste gegen den Präsidenten. Heute brachten meuternde Polizisten laut örtlichen Medienvertretern das Staatsfernsehen unter ihre Kontrolle.

Nasheed wurde 2008 der erste demokratisch gewählte Präsident des Archipels aus 1.200 Inseln. Die jüngsten Proteste hatten sich im vergangenen Monat an der Festnahme des Vorsitzenden Richters des Strafgerichtshofs, Abdulla Mohamed, entzündet. Ihm wurden Fehlverhalten und die unzulässige Bevorzugung von Oppositionsvertretern vorgeworfen. Der Oberste Gerichtshof hatte die Freilassung von Mohamed gefordert, der aber in Militärhaft blieb.

Ergänzung 14:30 Uhr / 07.2.2011
Präsident Mohamed Nasheed hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Waheed Hassan, der Vizepräsident, wurde mittlerweile als neues Staatsoberhaupt angelobt. Die Opposition forderte unterdessen die Festnahme von Nasheed, dem sie Korruption und Machtmissbrauch vorwirft. Der zurückgetretene Staatschef habe wiederholt gegen die Verfassung verstoßen, sagte Hassan Saeed, Chef der Dhivehi Quamee Party. Waheed soll das Amt des Präsidenten bis zum regulären Ende von Nasheeds Mandat im November 2013 ausüben, meldete das Staatsfernsehen.

In den vergangenen Monaten war es in dem Inselstaat im Indischen Ozean immer wieder zu Demonstrationen gegen die Regierung und anschließenden Festnahmen gekommen. Anlass für die Unruhen waren Preissteigerungen. Die Inselrepublik mit mehr als 300.000 Einwohnern besteht aus mehr als tausend Koralleninseln. Wirtschaftlich ist sie stark vom Tourismus abhängig. Die große Mehrheit der Bevölkerung lebt in Armut.

Urlauber auf den Malediven sind nach Angaben des Tourismusministeriums nicht von der innenpolitischen Krise der südasiatischen Inselkette betroffen. „Wir können versichern, dass die derzeitigen Probleme auf den Malediven keinerlei Auswirkung auf Touristen haben werden“, sagte Ministeriumssprecherin Eelaaf Zaeem am Dienstag.

Weitere Informationen:
Reisehinweis Auswärtiges Amt Deutschland
Reisehinweis Auswärtiges Amt Österreich
Reisehinweis Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten