Plastikmüll fordert ein weiteres Delphinleben

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12.12.2006 23:20
Kategorie: News
Plastikmüll fordert ein weiteres Delphinleben - Verwechslungen mit tödlichen Folgen

Schon über einen Zeitraum von 3 Jahren beobachtet das Team von Green Ocean einen stetigen Anstieg an Plastikmüll im Mittelmeer. Während eines kürzlich abgehaltenen Meerespraktika ermitteln die Teilnehmer an der Meeresoberfläche einen durchschnittlichen Rasterabstand von 80m zwischen einem Stück Plastik und dem nächsten. Umgerechnet auf die Oberfläche des Mittelmeeres, bei einer an-genommenen Dichte von 100g/m2 ergibt das eine Umweltbelastung von ca. 200 hoch 6 t Plastikmüll, alleine im Mittelmeer.

Am 4. September dieses Jahres wurde das Team von Green Ocean von der Küstenwachleitstelle Marina di Pisa zu einem Delphinkadaver (stenella striata) am Strand des Nationalparks von San Rossore gerufen. Der Kadaver wies Spuren der Verwesung auf, war aber noch erhalten genug um in die Tierklinik der Uni Pisa für eine Obduktion überführt zu werden. Man fand einen Mageninhalt von 2900 g Plastik – durch Magensäure zusammengeschweißte Folie und eine Flasche. Als Todesursache konnte nur Darmverschluss (ileus) dokumentiert werden.

18. September 2006 wurde, ebenfalls am Strand von San Rossore, von einem lokalen Fischer eine erkrankte Meeresschildkröte (cheloniidae – caretta caretta) gefunden und an unser Team übergeben. Trotz intensiver Bemühungen starb das Tier schon innerhalb weniger Stunden. Der zugezogene Tierarzt (S. Klein Dr. med. Vet.) konnte nur noch den Tod feststellen. Bei der durchgeführten Obduktion fand man im Magen der Schildkröte eine, zum Teil zerkaute und anverdaute, Plastikfolie.
Schildkröten halten leider oftmals im Wasser treibende Plastikfolien für Quallen und nehmen sie als Nahrung auf.

Innerhalb von 14 Tagen die Todesursache: Darmverschluss durch Plastikmüll!

© Green-Ocean 2006 R.Groitl