Ozeanüberwachung aus dem All

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19.02.2016 08:13
Kategorie: News

Neuer europäischer Umwelt-Satellit beobachtet die Meere

Mit vier Erdbeobachtungsinstrumenten an Bord wurde am 16. Februar 2016 der dritte von der ESA entwickelte Satellit für Europas Umweltprogramm Copernicus gestartet, um ein umfassendes Bild der Erde zu ermöglichen.

Der 1150 kg schwere Satellit „Sentinel-3A“ hob am 16. Februar um 18.57 MEZ (20.57 Ortszeit) an Bord einer Rockot-Trägerrakete vom russischen Plessezk aus ab. Nach zwei Triebwerkszündungen, eine ca. 5 und eine weitere etwa 75 Minuten nach dem Start, brachte die Rockot-Oberstufe „Sentinel-3A“ planmäßig auf seine Umlaufbahn in 815 km Höhe über der Erde. Die Abtrennung des Satelliten von der Trägeroberstufe erfolgte 79 Minuten nach dem Start.

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Das erste Signal des Satelliten wurde nach 92 Minuten von der Bodenstation Kiruna in Schweden empfangen. Anschließend stellte das ESOC, das Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt, die Telemetrieverbindungen und die Lageregelung sicher, um den Betriebszustand von „Sentinel-3A“ überwachen zu können.

Nach einer dreitägigen Start- und Einsatzerprobungsphase wird die Bodenkontrolle überprüfen, ob alle Satellitenkomponenten funktionstüchtig sind, woraufhin die Satelliteninstrumente für ihren Einsatz kalibriert werden. Der Missionsbetrieb soll in fünf Monaten eingeleitet werden.

„Sentinel-3A“ ist die dritte von insgesamt sechs spezifischen Missionsfamilien, die den Kern des europäischen Umweltüberwachungsnetzes Copernicus bilden, das die Sentinel-Missionen umfasst und sich auf weitere beitragende Missionen stützt, um Daten zur Umweltüberwachung und Unterstützung ziviler Sicherheitstätigkeiten bereitzustellen. Für diese Ziele ist „Sentinel-3A“ mit mehreren hochentwickelten Sensoren ausgestattet.

Über den Ozeanen wird „Sentinel-3A“ die Temperaturen, die Farbe und die Höhe der Meeresoberfläche sowie die Dicke des Meereises messen. Diese Beobachtungen dienen beispielsweise der Überwachung von Klimaveränderungen, aber auch konkreten Anwendungen, wie etwa der Erfassung der Meeresverschmutzung und der Bioproduktivität.

Über Landflächen werden die innovativen Instrumente von „Sentinel-3“ Waldbrände überwachen, Karten zur Landnutzung erstellen, Angaben zum Vegetationszustand liefern und die Höhe von Flüssen und Seen messen.

Dies ist nunmehr der dritte Start eines Sentinel-Satelliten innerhalb von weniger als zwei Jahren – ein ohne Zweifel wichtiger Moment, aber auch der Beginn einer neuen Ära für die Copernicus-Dienste, denn 'Sentinel-3' wird eine sehr umfassende Palette neuer Daten bereitstellen, die unsere Ozeane in einem bisher nicht erreichten Ausmaß abdecken werden“, erklärte der ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, Volker Liebig.

Der Zwillingssatellit „Sentinel-3B“ soll nächstes Jahr gestartet werden. Die Daten sämtlicher Sentinel-Missionen werden allen Nutzern weltweit gebührenfrei zugänglich sein.

Weitere Informationen: www.esa.int/../Copernicus