Österreich: Selbstüberschätzung führt zu Unfällen in Seen und Flüssen

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28.07.2007 12:23
Kategorie: News

Linz / Österreich - Trendsportarten und Selbstüberschätzung bescheren der Wasserrettung im 50. Jahr ihres Bestehens immer mehr Einsätze. Bereits sieben Mal kam heuer für Verunglückte jede Hilfe zu spät.


17.204 Einsatzstunden leisteten die Wasserretter im vergangenen Jahr in Oberösterreich. 237 Mal mussten verunglückte Personen versorgt werden. "Wir haben den Dienst am Wasser gewählt. Aber die Arbeit wird immer mehr", sagt Josef Leichtfried, Landesleiter der Oberösterreichischen Wasserrettung. "Trendsportarten wie etwa Rafting und Canyoning, aber auch die Selbstüberschätzung Einzelner führen seit etwa zwei Jahren zu einem Anstieg der Einsätze", sagt Leichtfried. So musste etwa ein und derselbe Mann innerhalb dreier Wochen gleich zwei Mal aus dem Ödtsee geborgen werden. Er ist gerade dabei schwimmen zu lernen und hat seine Kräfte überschätzt.

"Sieben Menschen kamen heuer in Oberösterreich bei Unfällen in Seen und Flüssen bereits ums Leben", sagt Leichtfried. Das vorerst letzte Opfer war ein 15-jähriger Bursch, der versucht hat, in Bad Goisern mit seinem Fahrrad die Traun zu queren. Ein alarmierter Arzt der Wasserretter konnten den Burschen nicht mehr retten. "Es sind die schlimmsten Augenblicke, wenn man bei einer Totenbergung dabei ist", sagt der Chef der Wasserretter.

Auffallend ist, dass heuer noch kein einziger Taucher in Oberösterreich tödlich verunglückt ist.

Die Oberösterreichische Wasserrettung hat 3000 Mitglieder, davon 700, die aktiv im Einsatz stehen. Das geänderte Freizeitverhalten der Oberösterreicher machte es notwendig, dass die Ausbildung im Wildwasserbereich verstärkt wurde. 45 Wildwasser-Retter stehen derzeit im Einsatz. Dazu kommen 70 Taucher, die sich ständig weiterbilden.
Auch auf die Jugendarbeit legen die Wasserretter großen Wert. Knapp 400 Jugendliche werden zur Zeit zum Rettungsschwimmer ausgebildet. In den diversen Ortsgruppen der Wasserrettung findet mindestens einmal pro Jahr ein Kurs statt. Mit Personalproblemen kämpfen die Wasserretter nicht. Lediglich die Ortstelle Feldkirchen an der Donau braucht mehr Freiwillige.
3000 Mitglieder, davon 700 Aktive, zählt die Wasserrettung in Oberösterreich. 2006 leisteten sie in 17.204 Einsatzstunden 237 Mal Erste Hilfe. Derzeit werden knapp 400 Jugendliche zum Wasserretter ausgebildet.

Informationen über die OÖ. Wasserrettung finden Sie im Internet: www.ooe.owr.org


Quelle: OÖ Nachrichten