Oesterreich: Gerichtsurteil gegen TL zu TU in Kroatien

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15.09.2005 18:34
Kategorie: News
Der Waldviertler Ernst Wurz kehrte vom Tauchurlaub aus Kroatien nicht mehr zurück. Sein Reisegefährte und Tauchlehrer wurde strafrechtlich zur Verantwortung gezogen.

Ein Taucherurlaub an der kroatischen Küste im Oktober 2002 endete für den 40-jährigen Heidenreichsteiner (Oesterreich) Ernst W. tödlich. Für seinen Reisegefährten Hermann D. aus dem Bezirk Waidhofen hat der Verlust seines Freundes und Schülers auch strafrechtliche Konsequenzen. Er wurde als Tauchlehrer zur Verantwortung gezogen und wanderte wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen auf die Anklagebank in Krems.

Die beiden Taucher befanden sich in Kostrensa bei Rijeka. An ihrem vierten Urlaubstag planten sie am späten Vormittag einen Tauchgang. Ernst W. stieg zuerst ins Meer und wurde sofort abgetrieben. Daraufhin wurde umgehend eine Rettungsaktion eingeleitet. Ernst W. wurde schließlich mit einem Boot geborgen und kam nach Wiederbelebungsmaßnahmen ins Krankenhaus. Vergeblich.

Die Ermittlungen der kroatischen Behörden gingen bei der Kremser Staatsanwaltschaft ein, und gegen Hermann D. wurde Anklage erhoben. "Sie wurden von einem ortskundigen Taucher davor gewarnt, bei dem schlechten Wetter und dem hohen Wellengang einen Tauchgang zu unternehmen", hielt Richter Wittmann dem Beschuldigten vor, es als erfahrener Taucher unterlassen zu haben, von einem gemeinsamen Tauchgang abzusehen.

Der Waidhofner beteuerte seine Unschuld und will keine Gefahren gesehen haben: "Wir wären nie ein Risiko eingegangen. Wenn es so gewesen wäre, hätte der Basisleiter die rote Flagge hissen müssen. Eine Warnung wurde nie ausgesprochen." "Die Ermittlungsergebnisse der kroatischen Behörden lauten anders", hielt der Richter dagegen. Ein Zeuge aus Kroatien bestätigte, dass eine Warnung ausgesprochen worden war.

"D. hat sich einfach selbst überschätzt und der unerfahrenere Taucher hat sich auf ihn verlassen. Der Tod ist durch eine Unachtsamkeit entstanden", fällte Richter Wittmann einen Schuldspruch im Sinne der Anklage und verhängte über D. fünf Monate auf Bewährung. In der Urteilsbegründung erklärte er: "Es muss erwähnt werden, dass W. eine Mitschuld trägt, weil er selbst ausgebildet war und somit auch die Gefahren hätte erkennen und danach entscheiden müssen". Es wurde Berufung eingelegt.