Ölpest im Mittelmeer

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05.08.2006 17:02
Kategorie: News
Schon vor einigen Tagen hat die israelische Luftwaffe ohne Kriegserklärung gegenüber dem souveränen Staat Libanon damit begonnen dessen Infrastruktur zu zerstören.
Am 14. Juli wurde auch das ca. 25km südlich von Beirut liegende Elektrizitätswerk Dschije getroffen. Dabei wurden die nur 25m vom Ufer zum Mittelmeer stehenden Heizöltanks des E-Werks getroffen, die daraufhin begannen auszulaufen -direkt in das Mittelmeer.
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP spricht von einer Umwelttragödie.
Der Umweltminister des Libanon sprach von einer Menge von 10.000 bis 15.000 Tonnen Öl, die bisher in das Mittelmeer geflossen sind. Mittlerweile konnte das Austreten weiteren Öls aus einem von zwei Tanks gestoppt werden. Aus dem zweiten Tank, der über ein Fassungsvermögen von 25.000 Tonnen verfügt, strömt weiterhin Öl ins Mittelmeer. Vorerst kann ein weiteres Ausfließen nicht verhindert werden, da der Tank brennt und explodieren kann. Löscharbeiten sind aber nur möglich, wenn keine israelischen Angriffe mehr stattfinden.
Das ausgetretene Öl hat bisher ein Drittel der libanesischen Strände, rund 70km, verschmutzt und bedroht außerdem das lokale Ökosystem und viele endemische Tier- und Pflanzenarten. Falls nichts geschieht, wird ein weiteres Drittel verschmutzt und viele lokale Fischerfamilien werden ihre Lebensgrundlage verlieren.
Außerdem muß davon ausgegangen werden, daß die Strömung das Öl nach Norden befördert -direkt an die Strände Griechenlands, der Türkei, Syriens und Zyperns.
Der Libanon hat die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe gebeten. Die UNEP sagte Hilfe zu, kann aber erst nach Abschluß der Kämpfe tätig werden.