Neues von den Sea Shepherds

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07.08.2012 09:10
Kategorie: News

Der Stachel im Hintern einer Walfang-Nation

Paul Watson - © Witty lama
Offener Brief - Kapitän Paul Watson dankt seinen deutschen Unterstützern

Nachdem sich Kapitän Paul Watson vor kurzem aus Deutschland abgesetzt hat und untergetaucht bleibt, wird langsam klar, weshalb sich der Sea Shepherd-Aktivist den Deutschen Behörden nicht länger “zur Verfügung“ stellen wollte. Nach dem Auslieferungs- und Überstellungsgesuch Costa Ricas soll am 22. Juli auch Japan offizielle Gespräche mit Deutschland aufgenommen haben um seinerseits Möglichkeiten einer Auslieferung von Paul Watson zu eruieren.

Sea Sherpherd hat der japanischen Walfangflotte in den vergangenen Jahren durch seine Aktivitäten enorme Verluste zugefügt und ist der japanischen Walfangindustrie mehr als nur ein Dorn im Auge.
Kapitän Paul Watson hat sich nun, nach seiner „Ausreise“ aus Deutschland, erstmals zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief dankte Watson seinen Deutschen Unterstützern und erläuterte die Hintergründe für seine übereilte Abreise.

Watson rechnet darin nicht nur mit Costa Rica ab, sondern warf auch der japanischen Regierung vor, gemeinsame Sache mit der Walfangindustrie zu machen, um Sea Shepherd auszuschalten. Auch die deutschen Organe, die ihn 70 Tage in der Bundesrpublik festgehalten hatte, bekamen ihr Fett ab.
Die deutsche Regierung hat mich sehr enttäuscht. Es ist für mich offensichtlich, dass sich die deutsche Regierung mit Japan und Costa Rica verschworen hat, um mich festzuhalten, damit ich den Japanern übergeben werden könnte. Es ist für mich klar, dass die politische Entscheidung, mich den Japanern auszuliefern noch vor einem Gerichtsbeschluss getroffen wurde“, sagte Watson in seiner Stellungnahme.
Er vergaß aber nicht, sich auch für die überwältigende Unterstützung aus der Bevölkerung und von Umweltaktivisten zu bedanken. „All die Deutschen, die ich getroffen habe, zeigten sich als Unterstützer meiner Arbeit. Ich habe auf den Straßen keinen einzigen Kritiker getroffen, nicht in den Gerichten, in den Medien oder auf den Veranstaltungen und Vorträgen, die ich besuchte. Selbst die Polizei und Mitglieder des Gerichts unterstützten meine Ziele“, zeichnet Watson ein Bild mit zwei Seiten von Deutschland. Zum kompletten Brief geht’s hier.

Hintergrund: Captain Watson wurde 70 Tage lang in Deutschland festgehalten, obwohl sich die Öffentlichkeit, Prominente, Politiker und andere Koryphäen in tausenden Protestbriefen an das deutsche Justizministerium für seine Freilassung ausgesprochen haben. Er wurde am 13. Mai in Frankfurt auf dem Weg nach Cannes in Frankreich wegen einem 10 Jahre alten Haftbefehl aus Costa Rica festgenommen. Er wurde in Deutschland zur Auslieferung an Costa Rica wegen eines mutmaßlichen „Eingriffs in den Schiffsverkehr" festgehalten, der im Jahr 2002 bei Dreharbeiten zu der preisgekrönten Dokumentation „Sharkwater" stattfand.