Nachhaltiger Tourismus – Gozo zeigt wie es geht

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24.11.2010 14:33
Kategorie: News
Das Wort gehört inzwischen fast auf den Index zum Unwort des Jahres: Nachhaltigkeit! Vor allem die Politiker haben dieses Wort, das einen Wunschzustand beschreibt, den niemand genau kennt, deutlich überstrapaziert. Nachhaltigkeit ist überall erwünscht: im Umgang mit Energieressourcen, bei allen Themen des Umweltschutzes und nun auch beim Reisen. Mehr als jeder dritte Bundesbürger soll inzwischen bereit sein, für nachhaltiges Reisen einen deutlichen Aufpreis zu zahlen. Das am Montag veröffentlichte Sparkassen-Tourismusbarometer 2010 kommt zu diesem Ergebnis, das ein wenig überrascht. Dieser Studie des Sparkassen- und Giroverbandes zufolge erwarte der Kunde aber auch gleichbleibenden Komfort und einen deutlichen Mehrwert, wie etwa die Verwendung regionaler Produkte und höhere Standards beim Klimaschutz.


Natur pur auf Gozo.: Im Hintergrund die kleine Schwester Comino und Malta. (Foto:hap)


Mit Gozo, der zum maltesischen Archipel zählenden nur sieben mal 14 Kilometer messenden Mittelmeerinsel rund 90 Kilometer südlich von Sizilen, hat sich eine komplette Destination aufgemacht, mehr Nachhaltigkeit zu zelebrieren. Die Fehler anderer Tourismusdestinationen will man hier nicht nachmachen.


Das Bluehole in Weiß: Wenn der Nordwest bläst, ist der Topspot von Gozo nur noch wild... (Foto: hap)


Auch auf Gozo wird das Wort „Nachhaltigkeit“ benutzt, allerdings zugleich auch mit konkreten Inhalten gefüllt. „ECO-Gozo“ heißt das Projekt mit dem sich die bei Tauchern beliebte Insel einem Aktionsprogramm unterworfen hat, dass die nächsten drei Jahre laufen soll und eine Vision der Insel zeichnet, wie sie im Jahr 2020 aussehen soll. Gozo soll eine Öko-Insel werden die durch eine nachhaltig denkende Bevölkerung die Lebensqualität durch Fortbildung, vorsichtige ökonomische Entwicklung und soziale Fortschritte weiter steigert. Politiker, Tourismusexperten und Vertreter der Bevölkerung haben ein Programm entwickelt, mit dem die traditionelle und kulturelle Identität der Inselbewohner bewahrt werden soll und das eine verstärkte ökologische Ausrichtung zu mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Wasser, den Inselressourcen und der Umwelt anpeilt. Das besondere an diesem Programm ist, dass die Inselpolitiker konkrete Versprechen abgeben, was sie im Verlaufe dieses einmaligen Projektes veranlassen und umsetzen wollen. Das ist eine neue Qualität von sozialem Umbau, den es in dieser Konsequenz bisher noch nie gegeben hat. Allerdings sind die Versprechen natürlich auch ein Gradmesser für die Arbeit der beteiligten Parteien. Diese Risikobereitschaft, gerade auf Seiten der Politik, legt nahe, dass man es hier tatsächlich Ernst meint.


Beliebtes Tauchziel: Die Karwela in Xatt L`Amar im Süden Gozos (Foto: Nautic Team Gozo)


Zu diesem Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung der Wirtschafts- und Tourismusregion Gozo gesellte sich auch ein klares Bekenntnis zum Tauchtourismus. Gozo möchte sich zu einer Ganzjahres-Tourismusdestination entwickeln und setzt dabei vor allem auch auf Sporttaucher. Mit den versenkten Wracks und den einmaligen Höhlen verzeichnet Gozo, das wegen seines milden Klimas bis in den späten Oktober hinein noch sommerliche Temperaturen bietet, gerade bei Tauchern eine stetig steigende Beliebtheit. Nachhaltigkeit herrscht insofern auch bei den Tauchbasen auf Gozo. Heike Merz und Thomas Zurawski vom Nauticteam in Marsalforn freuen sich über eine extrem hohe Wiederkehrer-Quote. „Den überwiegenden Anteil unserer Gäste zählen wir schon zu den Stammgästen“, sagt Heike Merz und freut sich, dass Gozo mit seiner taucherischen und touristischen Entwicklung auf dem aufsteigenden Ast ist. Sind Taucher also auf Gozo in Zukunft eine Premium-Zielgruppe? Giovanna Debono, Ministerin für Gozo brachte es in einem Interview mit DiveInside auf den Punkt:“ Wir haben für Gozo entschieden, dass wir hier qualitativ hochwertige touristische Angebote entwickeln werden. Und wir haben geschaut, was der Insel gut tut. Die Taucher sind eine sehr treue Zielgruppe und hier fast ganzjährig unterwegs. Und das deckt sich sehr mit unseren Ansprüchen, Gozo nicht nur während der Haupt-Urlaubszeit der Ferien im Fokus der Touristen zu halten, sondern möglichst ganzjährig. (hap)