Muschel und Gecko ergibt „Geckel“

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25.07.2007 11:30
Kategorie: News
Forscher kombinierten die Molekularstruktur von Gecko-Füßen mit einer Muschel-Aminosäure - das extrem klebrige Ergebnis haftet sogar unter Wasser.

Ein erfolgreiches Beispiel für angewandte Biotechnologie wurde durch zwei US-Wissenschaftler vorgestellt. Gleich zwei natürliche Vorbilder zogen US-Forscher heran und kombinierten deren Eigenschaften zu einem neuen Produkt. Das Ergebnis ist extrem haftfest und bleibt auch unter Wasser klebrig: Der Superkleber "Geckel", geschaffen nach dem Vorbild von Geckofüßen und der Haftfähigkeit von Muscheln. Mit dem Kleber lasse sich Material selbst in feuchter Umgebung wiederholt ablösen und ankleben, berichten die Wissenschaftler im britischen Fachblatt "Nature". Potenzielle Anwendungsgebiete lägen in der Medizin, der Industrie und dem Militär.

Da allerdings die Klebkraft der Gecko-Füße in feuchter Umgebung merklich nachlässt, beschichteten die Wissenschaftler diese Säulen mit einer Substanz namens L-DOPA. Aus früheren Untersuchungen wussten sie, dass diese Aminosäure in hoher Konzentration in den Klebeproteinen von Miesmuscheln zu finden ist. Damit können Muscheln sich auch unter Wasser an unterschiedlichste Oberflächen anhaften.

Versuche mit einem Rasterkraftmikroskop belegten die enorme Klebkraft des Materials. Der Klebstoff ließ sich zudem mehr als 1000 Mal von einer Oberfläche ablösen, ohne dass die Haftfestigkeit erheblich nachließ. In feuchter Umgebung stieg die Klebkraft im Vergleich zu unbeschichteten Material um das 15Fache an. Die Herausforderung bestehe nun darin, das in mikroskopischen Maßstäben getestete Material auch auf größeren Flächen anzuwenden, schreiben die Forscher.