Mit YouTube gegen Walfang in Japan

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11.10.2007 17:36
Kategorie: News
YouTube-Video warnt japanische Kids vor Walfang
Australische Regierung geht bei Aufklärungskampagne neue Wege

Sydney (pte/11.10.2007/06:10) - Im Kampf gegen den Walfang geht die australische Regierung neue Wege, um mehr Aufmerksamkeit unter jungen Leuten in Japan für das Thema zu schaffen. So fordert der australische Umweltminister Malcolm Turnbull in einem mehrminütigen YouTube-Spot alle Staaten und insbesondere Japan zum Stopp des Walfangs auf. Das offensichtlich an junge Zuseher gerichtete Video mit japanischen Untertiteln ist mit Bildern von Buckelwalen und australischen Kindern garniert, die sich ebenfalls für die großen Meeressäuger stark machen.

"Könnt ihr euch vorstellen, wie das Leben auf der Welt ohne diese großartigen Kreaturen sein würde", fragt Turnbull die jungen Seher und weist darauf hin, dass Hunderte Jahre des Walfangs beinahe zu einer Ausrottung der Spezies geführt haben http://jp.youtube.com/watch?v=dGsWgeAsYOQ. Japan zählt zu den erbitterten Befürwortern von Walfangprogrammen und will auch in diesem Jahr erneut 50 Buckel- und 900 Zwergwale zum Abschuss freigeben. Stets führen die Japaner dabei wissenschaftliche Untersuchungen als Grund für die staatlich abgesegnete Jagd an. Tierschutzexperten in der ganzen Welt gehen jedoch davon aus, dass die Wale so gut wie nie im Labor, sondern vielmehr als Delikatesse im Handel, in Restaurants und sogar in Schulküchen landen.

Der notorischen Ausrede Japans, Wale um der Forschung willen töten zu müssen, begegnet die Umweltorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.de mit einem eigenen wissenschaftlichen Projekt. So wollen die Aktivisten die Bewegungen von Walpopulationen fortan mittels Satellitentechnologie verfolgen. Zu diesem Zweck wurden Buckelwale aus Rarotonga und Neukaledonien mit Sendern ausgestattet, wie Greenpeace Neuseeland mitteilte. "Das Markierungsprogramm liefert präzise wissenschaftliche Ergebnisse über die Walmigration von den Aufzuchtsgebieten im Südpazifik zu den Futterplätzen im südlichen Ozean, ohne dass eine einzige Harpune abgefeuert werden muss", erklärt Mike Hagler von Greenpeace Neuseeland. Greenpeace kritisiert, dass die gesammelten wissenschaftlichen Daten der Japaner angesichts der Tausenden von getöteten Tiere erstaunlich dünn gesät sind.

In einem Interview mit pressetext hat die Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms kürzlich den Walfang als eines der drei großen Probleme - neben Überfischung und Verschmutzung - der Weltmeere genannt (siehe: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070919033 ). Um die Fischbestände zu retten, plädiert sie für die Schaffung von großen Nationalparks für die Ozeane. "Im Prinzip müssten 40 Prozent der Meeresflächen solche Schutzzonen werden, damit sich die Fischbestände erholen können", meint Helms. Der Rest der Meere sollte kontrolliert nachhaltig befischt werden. "Von einer solchen Regelung würde die Fischerei am meisten profitieren, denn die Bestände der kommerziell genutzten Fische würden auch außerhalb der großflächigen Schutzzonen rasch zunehmen", zeigt sich Helms gegenüber pressetext überzeugt.

(Foto: pressetext.at)