Mit den Fischen Fahrrad fahren

Teile:
05.03.2007 15:12
Kategorie: News
Großbritannien ist dafür bekannt und beliebt, dass man dort Freizeitbeschäftigungen nachgehen kann, die so manchem Kontinentaleuropäer doch etwas seltsam erscheinen. Wer schleppt hierzulande schon gerne Kohlen oder nimmt es als Läufer im sportlichen Wettstreit mit einer paffenden Lokomotive auf? Ganz doll treiben es die Insulaner auf Guernsey, wenn sie am 9. September zum Underwater Cycling einladen, in dieser Disziplin ihre Weltmeisterschaften austragen und dabei versuchen, den Sprung in das Guinness-Buch der Rekorde zu schaffen. Die Teilnahme am Unterwasser-Radfahren ist aber nicht Voraussetzung, um sich für Straßen oder Radwege durch die Wälder oder entlang der Klippen zu qualifizieren. Gerade die Ruettes Tranquilles auf Guernsey eignen sich für gemütliche Ausfahrten in gesunder Luft ohne Taucherbrille – und nach der Tour winkt dann zwar wohl kein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, dafür aber ein kühles Guinness oder ein auf der Insel selbst gebrautes Bier.

Die Kanalinseln Guernsey, Sark und Alderney sind ein wahres Paradies für Zweiradfreunde, weil die Routen so abwechslungsreich sind und Besuchern die Reize und die Vielfältigkeit der Inseln in gemächlichem oder sportlichem Tempo nähergebracht werden können. Guernsey durchzieht in den einzelnen Gemeinden (Parishes) ein Netz von Nebenstraßen, auf denen die Höchstgeschwindigkeit 25 km/h beträgt und nicht motorisierte Fahrzeuge, Pferde und Fußgänger immer Vorfahrt haben. Bei Strecken von unterschiedlicher Länge kommen alle Radfahrer auf ihre Kosten.

Bei einer der leichteren Touren führt der kurvenreiche Weg durch flaches Gelände an der Nordostspitze der Insel und damit durch jenen Teil Guernseys, der früher als eigenständige Insel unter dem Namen Clos du Valle bekannt war. Mit herrlicher Sicht aufs Meer geht es vorbei an einigen Festungsanlagen sowie Dolmen aus der Steinzeit. Vom nördlichsten Punkt aus ist in der Ferne die Insel Alderney zu erkennen, im Osten tauchen Herm und Sark auf.

Eine gelungene Mischung aus Küsten- und Binnenland-Erlebnis bildet die Route durch Vale, die für einen lauen Frühlings- oder Sommerabend geeignet ist. Von der Straße an der Westküste können schöne Abstecher auf zerklüftete, felsige Landzungen oder zu versteckten Buchten unternommen werden.

Etwas anspruchsvoller ist ein Rundweg durch das Talbot-Tal mit einigen stärkeren Steigungen. Entlang der Strecke finden sich gleich vier Museen: Das German Underground Military Hospital, das Farm Implements Museum, das Telephone Museum und das Folk Museum. Einen Stopp verdient auch die einzigartige Little Chapel, die wohl kleinste Kapelle der Welt und ein Schmuckstück Guernseys.

Rund um den Stausee von St. Saviour’s verläuft ein weiterer, relativ einfacher Radweg, der allerdings vom Ausgangspunkt an der Vazon Bay steil ins Landesinnere führt. Die anfängliche Anstrengung wird mit wunderbaren Ausblicken auf das Reservoir und im weiteren Verlauf auf die Westküste Guernseys und auf das Lihou Island, das man bei Ebbe zu Fuß erreichen kann, belohnt.

Durch das Inselinnere nördlich des Flughafens geht es auf einer schönen, aber teils hügeligen Strecke, auf von Hecken gesäumten Wegen, vorbei an Wildblumen, Bäumen und Feldern. Man bekommt einen schönen Einblick in das ländliche Guernsey und zum Schluss entschädigt ein Pint in einem der zauberhaften Pubs am Wegesrand für alle Mühen.

Dass Guernsey durchaus auch etwas für anspruchsvolle Radler zu bietet hat, beweist eine Tour, die an der Küste entlang und über Weideland führt. Man wird aber für seine Ausdauer bei klarem Wetter mit grandiosen Blicken über die gesamten Kanalinseln und bis nach Frankreich belohnt. Von den hohen Klippen gewinnt man auch immer wieder Einblicke in die zauberhaften Buchten an der Südküste der Insel.

Alderney (www.visitalderney.com), die wilde unter den Kanalinseln, lässt sich auch ganz individuell mit dem Fahrrad erkunden. Auf einem Streckennetz von rund 38 km kann man die ganze Schönheit der Insel entdecken. Schöne Strände, raue und mit unterschiedlichen Wildblumen übersäte Klippen, schmale Wege, Wehrtürme aus älterer und jüngerer Geschichte und der zauberhafte Ort St. Anne, all das macht Radfahren zu einer Fahrt für die Sinne.

Auf Sark (www.sark.info) ist das Fahrrad Hauptfortbewegungsmittel. Außer zwei Traktoren sind auf der Insel keine weiteren motorisierten Fahrzeuge erlaubt. So wird das Radfahren auf dem Hochplateau mit seinen grandiosen Ausblicken auf die Inseln Guernsey, Herm und Jersey zu einem stressfreien Vergnügen. Absperren braucht man dann das Fahrrad übrigens nie, denn geklaut wird hier nicht.

All diejenigen, für die sich eine Inselerkundung eher in noch gemächlicherem Tempo und unter fachkundiger Anleitung vollziehen soll, sind auf den Kanalinseln gut aufgehoben. Ob informativer Rundgang durch Guernseys Hauptstadt St. Peter Port oder anspruchsvolle Wanderung auf den Klippen oder durch die Felder, Wiesen und Wälder – die Insel bietet für alle Wanderbegeisterten etwas. Die interessante und wechselvolle Geschichte ist ebenso Thema von Rundgängen wie Tragödien, die sich vor den Küsten der Inseln abgespielt haben. Guernsey kann aber auch ganz individuell mit Hilfe eines umfassenden Wanderführers erkundet werden, den man im Tourist Information Centre erwerben kann. Und es ist einfach ein Vergnügen, in dieser herrlichen und abwechslungsreichen Landschaft unterwegs zu sein, in der sich steile Klippen und felsige Meeresarme mit flachen, breiten Buchten abwechseln und bezaubernde Märchenwälder mit saftigen grünen Wiesen.

Alderney ist klein genug, um zu Fuß erforscht werden zu können, aber auch groß genug, um dort reizvolle Wanderungen oder Spaziergänge zu unternehmen. Das Tourist Information Centre hält Faltblätter bereit, um Besuchern Flora und Fauna, die spektakulären Klippen mit ihren grandiosen Ausblicken oder ruhige Wanderwege nahezubringen. Über 900 verschiedene Pflanzenarten sind auf der Insel zu finden, um deren Erhaltung sich der Alderney Wildlife Trust (www.alderneywildlife.org) bemüht.

Die Insel Sark lässt sich auch zu Fuß näher kennen und lieben lernen. Verlaufen kann man sich nicht, aber dafür umso mehr die Ruhe und Schönheit der Umgebung auf sich wirken lassen. Verschlungene Wege führen hinunter zu abgeschiedenen Buchten oder vorbei an liebevoll gepflegten Gärten oder zur Seigneurie, dem Schmuckstück der Insel mit ihrem prachtvollen Garten.

Tausende Muscheln, türkisblaues Wasser und feiner Sand, das zeichnet das Erscheinungsbild der kleinen Insel Herm aus. Ein idyllischer Spaziergang um die Insel herum und aller Stress fällt ab und die Sinne nehmen Natur pur auf.

Radfahren und Wandern sind nur zwei der Aktivitäten, die auf Guernsey, Alderney, Sark und Herm ausüben lassen.

Weitere Infos : http://www.visitguernsey.com

mehr Reiseinformationen auf www.dieReisezeitung.de : http://www.dieReisezeitung.de