Messung der Meeresgesundheit

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16.08.2012 12:15
Kategorie: News

Meeresgesundheit im Fokus

Forscher der Universität von Kalifornien haben den Zustand von 170 Küstenstaaten und Inselregionen auf der gesamten Welt untersucht. Die Einzelergebnisse wurden wie bei einem Gesundheitscheck aufgrund verschiedener Kriterien wie Ernährungssicherung, Wasserqualität und biologische Vielfalt mit unterschiedlichen Punktezahlen bedacht.

Im Durchschnitt liegen die Werte bei 60 von 100 möglichen Punkten, berichtet ein Team um Benjamin Halpern von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara. Den Küsten von Entwicklungsländern geht es tendenziell schlechter, jenen von entwickelten Staaten eher besser.

Top-Position im Südpazifik

Deutschland kommt auf ein Ergebnis von ausgezeichneten 73 Punkten und liegt damit im Spitzenfeld. Über 70 Punkte erzielten sonst nur noch fünf Prozent aller bewerteten Länder, unter anderem die Seychellen (73) und die unbewohnte Jarvisinsel im südlichen Pazifik. Sie schnitt mit 86 Punkten am besten ab. Die USA erzielten 63, Großbritannien 61, China 53 und Australien und Russland jeweils 67 Punkte. Obwohl die Ozeane um die Industrieländer nach Angaben von Halpern und seinen Kollegen besser waren als die der Entwicklungsländer, gab es auch überraschende Ergebnisse: Das Entwicklungsland Surinam schnitt mit 69 Punkten überdurchschnittlich gut ab. Polen erreichte mit nur 42 Punkten dagegen ein besonders schlechtes Ergebnis.

Index der Meeresgesundheit - Studie von Benjamin Halpern
Verschiedene Einzelkriterien führen zur Gesamtbewertung (graphischer Auszug aus Halperns Studie)


Neue Bewertungsmethode

"Die Resultate unseres Index sind womöglich überraschend", schreiben die Forscher um Benjamin Halpern von der University of California in Santa Barbara in Nature.com, "weil sie dem konventionellen Blick auf die Menschen als Auslöser eines Wandels zum Schlechteren in den Weltmeeren widersprechen. In vielen Aspekten schadet die Weltbevölkerung den Ozeanen tatsächlich, und doch seien die Meere heute wie in Zukunft in der Lage, den Menschen unersetzliche Dienste zu leisten."

Durch Beurteilung der einzelnen Kategorien wird die finale Punktzahl zusammengesetzt. Mit dieser neuen Art der Berechnung schufen die Forscher einen Index, mit dem sich die Meeresgesundheit messen lässt.
Die Wissenschaftsgruppe rund um Halpern sieht diese Bewertungsmethode als Informationsquelle für Forscher, Entscheidungsträger aber auch die breite Öffentlichkeit. Nach ihren Angaben könnte es künftig ein wichtiges Werkzeug sein, um Lösungen zu finden, die die Meere nachhaltig schützen und gleichzeitig menschliche Interessen umsetzen.

Link zur Studie: www.nature.com/...