Meeresspiegel-Studie

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22.06.2011 10:27
Kategorie: News

Steigt der Meeresspiegel schneller als je zuvor?


Artkisches Meer - © Nasa
Der Meeresspiegel ist infolge des Klimawandels seit Beginn der Industrialisierung schneller gestiegen als je zuvor in den vergangenen 2.000 Jahren – das behauptet zumindest die Studie eines internationalen Teams um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Die Analyse von fossilen Ablagerungen an der nordamerikanischen Atlantikküste war die Basis zur ersten durchgehenden Rekonstruktion der Meeresspiegelschwankungen über diesen sehr langen Zeitraum. „Bisher sei der Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und Anstieg des Meeresspiegels nur für die vergangenen 130 Jahre belegt worden“, sagte Rahmstorf. „Die neue Studie weise diesen Zusammenhang nun für 1.000 Jahre nach und erhärte die Annahme, dass der Meeresspiegel umso rascher steigt, je wärmer das globale Klima wird“.

Die Wissenschaftler analysierten fossile Kalkschalen von Einzellern, die sie aus Bohrkernen von Abschnitten an der nordamerikanischen Atlantikküste fanden. Weil die untersuchten Einzeller jeweils in einer ganz bestimmten Höhe leben, sollen Menge und Art der gefundenen Kalkschalen die Höhe des Meeresspiegels zur Lebenszeit der Fossilien anzeigen.

Zwar handelt es sich hier um rein lokale Befunde, so die Forscher, weltweit liege die Höhe des Meeresspiegels aber ihren Annahmen zufolge höchstens zehn Zentimeter darüber oder darunter. Der Verlauf des globalen Meeresspiegelanstiegs sei daher wahrscheinlich ähnlich gewesen. Der Rückschluss der Studie konstatiert: „Der Mensch heizt mit seinen Treibhausgasen das Klima immer weiter auf, daher schmilzt das Landeis immer rascher und der Meeresspiegel steigt immer schneller“.

Doch genau diese Schlussfolgerung negieren andere Forscher. Sie sehen ein Hauptproblem der neuen Untersuchung, dass sie letztlich nur auf den lokalen Funden von der Küste North Carolinas beruht, was für eine Aussage der weltweiten Entwicklung zu wenig sein könnte. "Diese Studie eignet sich nicht für globale Vorhersagen", meint Jens Schröter vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Ein ausführlicher Bericht zur Studie auf: orf.at
Eine ausführliche Darstellung der Contras zur Studie auf: Spiegel-Online