Malta: Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Meeresvermüllung

Teile:
07.10.2017 08:32
Kategorie: News

Vier-Meter-Drache speit Plastikmüll vor „Our Ocean“-Konferenz

Mit einer vier Meter großen, Plastikmüll speienden Drachenskulptur demonstrierten Greenpeace-Aktivisten und weitere Mitglieder der #BreakFreeFromPlastic-Bewegung (BFFP) am 5. Oktober 2017 bei der internationalen Konferenz „Our Ocean 2017“ in Malta gegen die Vermüllung der Meere.

Gallery 1 here

Der Müll-Strahl aus dem Drachenmaul enthält Einwegverpackungen von Konzernen wie Nestlé, Coca-Cola oder Unilever, die die Umweltschützer in Deutschland, auf den Philippinen und weiteren Ländern gesammelt haben. Industrie und Politik nutzen die internationale Konferenz, um sich mit unterschiedlich sinnvollen Meeresschutzmaßnahmen zu profilieren. „Werbewirksame Versprechen, wie sie Unternehmen hier bei der ‚Our Ocean‘ Konferenz abgeben, sind zu wenig. Die Konsumgüterkonzerne ersticken unsere Meere mit riesigen Mengen unnötigen Einwegplastiks”, so Sandra Schöttner, Meeresexpertin bei Greenpeace Deutschland. „Vor allem Verpackungen sind ein Problem. Die Konzerne müssen Verantwortung übernehmen und Wegwerfplastik durch nachhaltige Mehrwegsysteme ersetzen.

Das #BreakFreeFromPlastic-Bündnis stellte zudem eine Methode für die Auswertung von Plastikmüll an Stränden und Flussufern vor, mit dem die wahren Verursacher publik gemacht werden können. Nach einer Strandreinigung von mindestens 20 Meter Länge wird der Plastikmüll nach Abfallkategorie und Hersteller bzw. Marke sortiert und ausgewertet. Das BFFP-Team prüft die Ergebnisse und veröffentlicht sie auf der Website plasticpolluters.org. Nach der ersten erfolgreichen Anwendung im September auf den Philippinen folgten weitere Analysen in Kroatien, Spanien und den Niederlanden. Hauptverursacher des Plastikmülls an diesen Stränden und Flussufern sind Konsumgüterkonzerne.

Vermüllung der Meere: Recycling ist keine Lösung


Weltweit werden jährlich bis zu 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll vom Land ins Meer gespült. Die EU-Kommission überarbeitet derzeit ihre Abfall- und Verpackungsrichtlinie und will Ende des Jahres erstmals eine Plastikstrategie veröffentlichen. Greenpeace-Expertin Sandra Schöttner: „Wir werden die Plastikmüllkrise niemals wegrecyceln können – nicht weltweit und nicht in Deutschland.“ Selbst in der Bundesrepublik werden weniger als 50 Prozent des Plastikmülls wiederverwertet. Doch neben Unternehmen tragen auch Regierungen Verantwortung. Greenpeace fordert die in Deutschland gewählten Parteien auf, das Thema Plastikmüll in den Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen. Die nächste Bundesregierung muss Einwegplastik verbieten und Mehrwegsysteme fördern.

Das globale BFFP-Bündnis (www.breakfreefromplastic.org) wurde 2016 von 900 Nichtregierungsorganisationen, darunter Greenpeace, gegründet. Das Ziel: eine Zukunft ohne Plastikmüll.

Weitere Informationen: www.greenpeace.de