Künstliche Riffe in Phuket: Dakota Thai Style

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25.11.2008 17:58
Kategorie: News
Filmteam bei der Dakota Versenkung - © Harald Buchner
Filmteam mit an Bord
Thailand/ Phuket  (25.11.08/07:00 Ortszeit): Schon um 7:00 Uhr Morgens geht es mit dem Liveaboard von Pearl Andaman Diving zur Versenkungsstelle. Frisch an Board ein Fernsehteam aus Deutschland: die freie Redakteurin Eva Grüner und zwei Kammaramänner, Andreas Kröner und Thomas Röher. Das Team dreht eine Reportage für SAT 1 und MDR.

Wer bei Thaistyle an scharfes Essen denkt, liegt nicht unbedingt richtig. Heute ist damit langsames und extrem uneffektives Arbeiten gemeint. An Bord der Arbeitsplattform herrscht gespenstische Ruhe. Lediglich ein Arbeiter, dem man wohl gesagt hat, er soll Entlüftungslöcher in das Flugzeug schlagen tut emsig seine Pflicht. Offenbar ohne nähere Arbeitsanweisung, denn er hört und hört nicht auf; so verwandelt sich ein Stück Zeitgeschichte unter seinen flinken Händen in das wohl weltgrößte  Nudelsieb.

Emmentaler Dakota - 

Thailand © Harald Buchner
Löcher, Löcher - unsere "Emmentaler-Dakota"
Bei uns an Bord herrscht derweil großes Rätselraten, warum nichts vorangeht. Eigentlich müsste es bei dieser Maschine viel schneller gehen, da sie keine Tragflächen mehr hat. Es wäre an der Zeit gewesen, dass Rainer Gottwald als technischer Leiter ein Machtwort spricht, doch keiner hört auf Rainer...
Offenbar ist er selbst von dem Chaos so genervt, dass er schon vor dem Mittagessen die „Bühne“ verlässt. In Folge erlahmen die halbherzigen Vorbereitungen völlig, nur unser „Dakotaspecht“ schlägt weiter sinnlose Löcher in das Leitwerk des bedauernswerten Flugzeuges.

Wir nutzten die Zwangspause für einen Tauchgang an der gestern versenkten Dakota. Dort haben sich innerhalb von ein paar Stunden tatsächlich schon die ersten Fische niedergelassen. Auch die Sicht war etwas besser als am Vortag.

Gegen 15 Uhr erscheint ein Verantwortlicher der TDA und die Vorbereitungen zur Versenkung laufen wieder an. Irgendjemand frotzelt, er habe wohl ein Bündel Scheine dabei gehabt. Starker tropischer Regen und aufkommender Wind untermalten das Szenario. Die starken Windböen lassen uns am Gelingen der Aktion zweifeln. Doch es geht weiter: Der gewaltige Raupenkran schafft die zweite Dakota, die wohl aufgrund ihrer vielen Löcher als „Emmentaler-Dakota“ ihren Weg in die Logbücher finden wird, zum Schiffskran. Dieser senkt das Wrack langsam ins Wasser.

Dakota bei der Versenkung
Die "Emmentaler-Dakota" auf dem Weg ins Wasser (© Harald Buchner)

Zeit für einen ersten  Tauchgang, so meinen wir, und „unser“ Navy-Seal an Bord nickt dazu.
Am Wrack angekommen sagte uns ein Blick auf unsere Computer, dass die Dakota offenbar doch noch nicht am Grund angekommen ist, sondern in ca.11 m Wassertiefe schwebt. Genauer betrachtet dümpelt sie im Gleichklang mit der Arbeitsplattform in der Dünung auf und ab. Hans Raschhofer steht mir bei den ersten Unterwasserfotos Modell; dieses Flugzeug wird zum ersten Wrack, das ich unter Wasser fotografiere, ehe es am Grund angekommen ist…

Alles schwebt...
Das schwebende Wrack (© Stefan Baer)

Unser Navy-Seal kommt vorbei und macht hektische Zeichen: Auftauchen, Auftauchen! Im Eifer des Gefechtes jage ich ihn erst einmal aus dem Bild, aber der Typ ist hartnäckig und lässt sich nicht dauerhaft verscheuchen. So lassen wir die auf halber Höhe schwebende Dakota zurück und wenn sie nicht gesunken ist, schwebt sie dort noch heute...

Morgen mehr - Stay tuned!

Siehe auch Teil-1 der Live-Reportage.
Siehe auch Teil-2 der Live-Reportage.