Korallenbleiche: Wissenschaftler beurteilen Schäden am Great Barrier Riff

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05.11.2016 10:57
Kategorie: News

Interaktive Karte zeigt Zustand des Riffs nach der Bleiche

Wissenschaftler untersuchen die anhaltenden Nachwirkungen des schlimmsten Korallenbleichereignisses, das je am Great Barrier Riff beobachtet wurde. Sechs Monate nach der extremen Unterwasser-Hitzewelle von 2015/2016 sind viele der gebleichten Korallen im nördlichen Drittel des Riffs tot. Die großräumige Verwüstung wird nun durch Krankheiten, die geschädigte Korallen befällt und durch Fraßfeinde verschärft.

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Forscher des ARC Center of Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University haben die gleichen 83 Riffen, die sie im März 2016 auf dem Höhepunkt der Bleiche untersucht haben, erneut aufgesucht.

"Millionen von Korallen im Norden des Great Barrier Riffs sind im März am Hitzestress gestorben. Seitdem sind viele weitere langsam verendet", so Dr. Greg Torda, dessen Team vor kurzem Riffe in der Nähe von Lizard Island erneut besucht hat.

Die Wissenschaftler haben jetzt einzigartige Aufnahmen veröffentlicht, die das Ausmaß der Bleiche vom März und April zeigen. Am schwersten betroffen ist ein 700 km langer Abschnitt im nördlichen Great Barrier Riff. Die Riffe in der südlichen Hälfte wurden nur leicht gebleicht und sind in gutem Zustand. Eine interaktive Karte zeigt Videos und Fotos aus den unterschiedlichen Bereichen des Riffs: www.coralcoe.org.au/coral-bleaching-map.

"Sechs Monate nach dem Höhepunkt der Bleiche haben die Korallen entweder ihre symbiotischen Algen zurückgewonnen und überlebt, oder sie verhungern langsam ohne die Nahrung, die die Algen ihnen bieten. In den Riffen, die wir in der Nähe von Lizard Island untersucht haben, ist die Anzahl der lebenden Korallen, die das Riff bedecken, von etwa 40% im März auf unter 5% gefallen", so Torda.

"Verschärft wird die Lage jetzt durch Schnecken, die die lebenden Korallen fressen. Zudem sind die geschwächten Korallen anfälliger für Krankheiten. Viele Überlebende sind in schlechter Verfassung. Auch Dornenkronen sind nach wie vor eine große Gefahr für die wenigen Überlebenden."

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"Wie wir anhand des geographischen Musters der Bleiche erwartet haben, sind die Riffe weiter im Süden in viel besserer Verfassung", sagt Professor Andrew Baird, der die aktuelle Untersuchung von Riffen im zentralen Abschnitt des Great Barrier Riffs geleitet hat. "Es gibt noch fast 40% Korallenabdeckung an den meisten Riffen im zentralen Great Barrier Riffs, und die Korallen, die im letzten Sommer mäßig gebleicht wurden, haben fast alle ihre normale Farbe wiedergewonnen."

Die endgültige Zahl der Todesopfer durch die Bleiche im Norden des Riffs wird erst Mitte November feststehen, wenn die Untersuchungen dort abgeschlossen sein werden. Aber bereits jetzt steht fest, dass die Korallenbleiche 2015/2016 wesentlich dramatischer war als die vorangegangenen Bleichen von 1998 und 2002.

Weitere Informationen: www.coralcoe.org.au