Kommentar zum kommerziellen Walfang der Islaender

Teile:
20.10.2006 23:43
Kategorie: News
Der islaendische Fischereiminister Einar Kristinn Gudfinnsson hat gestern die Rueckkehr seines Landes zum kommerziellen Walfang angekuendigt. Neben Zwergwalen stehen nun auch die stark bedrohten Finnwale auf der Abschussliste. Es kommentiert Greenpeace Wal-Expertin Stefanie Werner:

"Die Ignoranz der islaendischen Regierung ist voellig unverstaendlich. Angesichts der vielfaeltigen Bedrohung der Wale jetzt auch noch die kommerzielle Jagd wiederaufzunehmen ist politisch und wirtschaftlich einfach dumm und gefaehrdet den guten Ruf Islands.

Politisch stellt sich Island ins Abseits mit dem Versuch, internationale Schutzabkommen auszuhoehlen. So richtet sich der Antrag, die stark gefaehrdeten Finnwale beim Washingtoner Artenschutzabkommen CITES in ihrer Schutzwuerdigkeit herabzusetzen, und der angekuendigte Export von Zwergwalfleisch nach Daenemark gegen den Willen der meisten Laender, Wale zu schuetzen.

Auch wirtschaftlich schneiden sich die Islaender mit der Entscheidung ins eigene Fleisch. Das Land selbst bietet keinen Markt fuer Walfleisch mehr. Dagegen ist es den Islaendern in den vergangenen Jahren gelungen, die oekonomisch weitaus profitablere Walbeobachtungs-Branche aufzubauen. Die vom Tourismus abhaengige Branche muss massive Einnahmerueckgaenge befuerchten."

Anmerkungen:

Island argumentiert wie Norwegen, das zweite Land, das trotz bestehendem Walfangmoratorium offiziell Wale zu kommerziellen Zwecken erlegt. Der Vorwand fuer die Jagd: Die wachsenden Zwergwal-Populationen im Nordatlantik bedrohten zunehmend die Fischbestaende. Dass die Ueberfischung der Weltmeere von Menschen verursacht wird, bestaetigt hingegen auch die Welternaehrungsorganisation FAO.

Allein im vergangenen Jahrhundert wurden rund 2,7 Millionen Wale durch direkten Walfang erlegt. Mittlerweile sind die Tiere zusaetzlich einer weit groesseren Bedrohung
ausgesetzt: Die zunehmende Verschmutzung der Meere, Ueberfischung und andere Gefahren haben es verhindert, dass sich die meisten Arten bis heute erholt haben.

Greenpeace Pressemeldung
Aktion bei Greenpeace : http://www.greenpeace.de/themen/meere/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/stoppen_sie_den_islaendischen_walfang/