Klimawandel: Steigende Temperaturen und CO2 stören das Verhalten von Fischen

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16.11.2016 08:42
Kategorie: News

Sehvermögen, Geruchsinn und Gehör der Fische werden durch steigende Kohlendioxidwerte beeinträchtigt

Die Überlebensinstinkte von Fischen wurden durch den Klimawandel beeinträchtigt, so dass sie auf Gefahren zu, statt von diesen wegschwimmen. So lautet die Schlussfolgerung eines Teams von Meeresbiologen der Universität von Essex. Die Ergebnisse ihrer Studien sind in der aktuellen Ausgabe des  Global Change Biology Journals veröffentlicht.

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Die Forscher haben herausgefunden,  dass Seh-, Geruchs- und Gehörvermögen der Fische bei steigendem Kohlendioxidgehalt im Wasser beeinträchtigt sind. Aus dieser Beeinträchtigung resultiert ein anormales Verhalten der Fische. Der Grund: Das Kohlendioxid stört die Verarbeitung der Signale der Sinnesorgane im Gehirn. 

Der Kohlendioxidgehalt im Meer soll laut Prognosen bis zum Ende des Jahrhunderts um das 2,5-fache ansteigen. Daher haben die Forscher ganz bewusst Fische aus Zuchtfarmen untersucht, denn Zuchtfische leben oft in Umgebungen, in denen der Kohlendioxidgehalt zehnmal höher ist als in der Wildnis.

Durch das Studium von Zuchtfischen hoffen die Forscher herauszufinden, wie aquatische Arten in Zukunft auf den Klimawandel reagieren werden.

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Bisher hat die Forschung gezeigt, dass relativ kleine Anstiege von Kohlendioxid bei einigen Fischen als Wachstumsstimulans wirken können, während extrem hohe Konzentrationen die Verdauungseffizienz reduzieren können.

Die Forscher sehen durch Ihre Untersuchungen auch positive Folgen für die Zucht von Fischen in Aquakulturen: "Unsere Forschungen werden es Fischfarmern ermöglichen, die Bedingungen und insbesondere die CO2-Werte zu optimieren, um das Wachstum und die Gesundheit der Fische, die Rentabilität und die langfristige Nachhaltigkeit der Industrie zu verbessern. Dies ist wichtig, da die Aquakultur die einzige Möglichkeit ist, die Produktion von Meeresfrüchten zu steigern, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren, vor allem da die Wildbestände stark überbelastet sind."