Keine Mehrheit für Walschutzgebiet in Südatlantik bei IWC

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31.10.2016 16:01
Kategorie: News

Walschutz harpuniert

Der Versuch der Anrainerstaaten im Südatlantik ein Schutzgebiet für Wale einzurichten, ist gescheitert. Der Schutzgebietsvorschlag erzielte in der Abstimmung der 66. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) nicht die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit.

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Argentinien, Brasilien, Gabun, Südafrika und Uruguay hatten beantragt, ein 20 Millionen Quadratkilometer großes Meeresgebiet zwischen der Ostküste Südamerikas und der Westküste Afrikas zur Schutzzone für Wale zu erklären, scheiterten jedoch am Widerstand von Pro-Walfang-Staaten.

WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter kritisiert die Entscheidung: „Das Abstimmungsergebnis  ist ein Tiefschlag für den  Schutz der Meeresriesen.  Hier werden fortschrittliche Initiativen im Walschutz harpuniert, um zu  unterbinden, dass sich die IWC zukünftig stärker für den Schutz der Wale als für ihre Bejagung einsetzt. Unter den festgefahrenen Grabenkämpfen innerhalb der IWC leiden die Wale seit Jahren“.

Wissenschaftliche Bedenken am Nutzen des Schutzgebietes habe es nach eingehender  Prüfung nicht gegeben. Auch die Weltnaturschutzunion IUCN hatte die Pläne befürwortet. „Mehr als fünfzig Walarten leben in dieser Meeresregion. Schiffskollisionen und die intensive Befischung des Gebiets gehören zu den alltäglichen Bedrohungen, die minimiert werden müssen. Wir begrüßen, dass die Anrainer Verantwortung für besseren Schutz übernehmen wollen, und es ist beschämend, dass sie seit Jahren ausgebremst werden.“ Walfang – auch zu wissenschaftlichen Zwecken – sollte im Schutzgebiet ebenfalls verboten werden.

Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken ist als Ausnahme vom seit 30 Jahren geltenden Walfangmoratorium erlaubt.  Auch diese Form der Sondergenehmigung wird während der laufenden Tagung diskutiert werden.  Japan jagt  unter dem pseudowissenschaftlichen Deckmantel Wale  im Südpolarmeer. Der WWF fordert, dieses Schlupfloch in den IWC-Regularien zu schließen. „Es gibt schlicht keinen Grund mehr, Wale im Namen der Wissenschaft zu töten. Und die Definition von wissenschaftlichem Walfang darf man nicht den Walfangnationen überlassen“, so Lutter.