Kegelrobben vor unserer Küste weiter im Aufwind

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30.05.2008 10:50
Kategorie: News
Höchstzahlen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt

Vor wenigen Jahrzehnten waren Kegelrobben im Wattenmeer noch so selten, dass Zweifel aufkamen, wenn jemand meldete, eine gesichtet zu haben. Doch seit einigen Jahren ist ihr Bestand auch im niedersächsischen Wattenmeer kontinuierlich angestiegen und mittlerweile haben sie `Fuß gefasst`. Jetzt liegen die Ergebnisse der Kegelrobbenzählungen aus der Wintersaison 2007 und dem Frühjahr 2008 vor: Gesichtet wurden im Maximum 25 Jungtiere in der Geburtenphase im Dezember und 174 Tiere zur Haarwechselzeit Mitte April 2008. Damit ist die bisherige Höchstzahl an Kegelrobben aus der letzten Saison um mehr als das Doppelte übertroffen worden.

Kegelrobbe, Wattenmeer
Kegelrobbe im Wattenmeer

Wie auch schon in den letzten Jahren lag das Gros der Tiere im westlichen Teil des niedersächsischen Wattenmeeres zwischen Borkum und Baltrum. Aber auch im östlichen Teil, zwischen der Insel Mellum und Cuxhaven, wurden vereinzelt Tiere beobachtet.

Bei einer so hohen Steigerung innerhalb kurzer Zeit liegt allerdings die Vermutung nahe, dass manche Tiere hier einfach `zu Besuch` sind. Die größte Kegelrobbenkolonie im Wattenmeer befindet sich in den Niederlanden und gerade junge Kegelrobben sind bekannt dafür, dass sie umherstreifen. In der Vergangenheit wurde z.B. ein Austausch zwischen dem Wattenmeer und den an der englischen Ostküste gelegenen Farne-Inseln nachgewiesen.

Wenn Sie das nächste Mal im Wattenmeer unterwegs sind und Ihnen fallen ein paar Robben mit deutlich `robusterem` Körperbau, ungewöhnlicher Färbung und einem fast `römischem` Kopfprofil auf, dann haben Sie eine Kegelrobbe vor sich. Die Chancen stehen gut.

Ein Faltblatt mit weiteren Informationen über die Kegelrobben im niedersächsischen Wattenmeer erhalten Sie bei den Nationalpark-Häusern und –Zentren vor Ort oder bei der Nationalparkverwaltung (04421-911-0).