Jagd auf Signalkrebse in der Traun

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22.09.2004 17:42
Kategorie: News
Seit den Medienberichten über die explosionsartige Vermehrung von Signalkrebsen [Pacifastacus leniusculus, http://images.google.de/images?q= "Pacifastacus leniusculus"&hl=de&lr=&sa=N&as_qdr=all&tab=wi], in der Traun und anderen Flüssen finden sich zahlreiche Feinschmecker an den Ufern.

Spaziergänger mit Käschern und Kübeln
Die Krebssammler holen die schmackhaften Tiere aus dem Wasser, um sie zu verzehren. Sogar Spaziergänger sind entlang des Flusses mit Käschern und Kübeln unterwegs, um die Signalkrebse zu fangen, berichten die Fischeraufsichtsorgane.

Nicht ohne Fischerkarte
Grundsätzlich sei am Fang nichts auszusetzen, sagt der Obmann des Fischereiverbandes, Karl Wögerbauer. Es gebe allerdings zwei Bedingungen, die dabei einzuhalten sind. Zum einen brauche man eine Fischerkarte, zum anderen dürfen die Tiere nur mit den Händen und nicht mit Reusen gefangen werden.

Invasion der Signalkrebse
Im Bereich zwischen Wels, Marchtrenk und Traun haben sich in der Traun mehr als eine Million Signalkrebse angesiedelt. Diese Krebse werden bis zu 16 Zentimeter lang, zwischen 80 und 200 Gramm schwer, ihr Panzer ist braun und die Unterseite der Scheren rot. Der Signalkrebs kommt ursprünglich aus einem Gebiet westlich der Rocky Mountains in Nordamerika. Schon seit Jahren taucht er auch in Europa auf - und jetzt sogar in der Traun.

Biologisches Ungleichgewicht
Das massive Auftreten der Krebse führt der Marchtrenker Anglerverein auf ein biologisches Ungleichgewicht im Fluss zurück. Über den Auslöser kann nur gerätselt werden.

Gefahr für heimische Flusskrebse
Die hohe Anzahl an Signalkrebsen bedeutet allerdings eine Gefahr für die heimischen Flusskrebse. Das amerikanische Scherentier kann nämlich die Krebspest verbreiten. Außerdem werden die geschützten Flusskrebse durch die Signalkrebse verdrängt.

Quelle: ORF OÖ