Islands Fischereiminister bestätigt Fangquoten

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20.02.2009 08:53
Kategorie: News

WWF: „Entscheidung ist ein Skandal!“

Frankfurt - Insgesamt 250 Wale sollen im Jahr 2009 in Island erlegt werden dürfen. Am 27. Januar hatte Sigfussons Vorgänger, Einar K. Gudfinnsson, als eine seiner letzten Amtshandlungen die Tötung von jährlich 150 Finnwalen und 100 Zwergwalen für die kommenden fünf Jahre erlaubt.

Diese Quoten wurden nun bestätigt: Die Wale sind damit zum Abschuss freigegeben. „Die heutige Entscheidung ist ein Skandal“, sagt Volker Homes, Experte für Meeressäuger und Leiter des Artenschutzgramms bei WWF Deutschland. „Die Wale haben sich noch immer nicht von den Folgen des kommerziellen Walfangs erholt.“ Die Jagd auf Zwerg- und Finnwale zu erlauben sei, so Homes weiter, ein Schlag ins Gesicht für die weltweiten Bemühungen zum Schutz der riesigen Meeressäuger.

Die isländische Regierung führt vor allem wirtschaftliche Interessen für die beschlossene Walfangquote an. Experten allerdings bezweifeln, dass Island überhaupt Käufer für das Walfleisch findet. „Eines steht fest, für die 60,000 ist es zu viel Walfleisch“, sagt Volker Homes. Und auch in Japan gebe es, so der WWF-Experte derzeit keine Nachfrage: „In Japan wird der Walfleisch-Berg immer größer und gammelt heute schon ungenutzt vor sich hin.“ Zudem verstößt jeglicher Handel mit Walfleisch gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen. Der WWF fordert die internationale Staatengemeinschaft daher dazu auf, Druck auf das wirtschaftlich angeschlagene Island auszuüben, diese Entscheidung doch noch rückgängig zu machen. „Finanzhilfen und wirtschaftliche Unterstützung dürfte es nur geben, wenn Island seinen skandalösen Entschluss zurücknimmt.“

Der Finnwal (Balaenoptera physalus) ist der nächste Verwandte des Blauwals und nach ihm das zweitgrößte Tier der Erde. stimmte die Internationale Walfangkommission (IWC) zu, ab 1986 den kommerziellen Fang von Finnwalen solange komplett einzustellen, bis die Bestände sich erholt haben. Der ursprüngliche Bestand wird auf rund 400.000 Südliche und 70.000 Nördliche Finnwale geschätzt. Seine exzessive Ausbeutung hatte den Bestand auf unter 5.000 gedrückt. Nach WWF-Angaben wurden seit Inkrafttreten des internationalen Moratoriums für den kommerziellen Walfang 1986 insgesamt rund 30.000 Wale gefangen und getötet – hauptsächlich von Staaten wie Norwegen, Japan und Island.

Quellen
Foto: Jürgen Freund / WWF-Canaon