In Poseidons Reich

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17.02.2009 08:47
Kategorie: News
Tagung - Poseidons Reich - Unterwasserarchäologie
Tagung "Unterwasserarchäologie in nordeuropäischen Flüssen und Seen" an der Uni Kiel
In Europa assoziiert der Begriff Unterwasserarchäologie spektakuläre Entdeckungen, beispielsweise Wracks des Mittelmeer- beziehungsweise Nord- und Ostseeraums oder auch „Pfahlbauten“ des Voralpenlandes. Für die Beantwortung siedlungsarchäologischer Fragestellungen ist vor allem die archäologische Erforschung von Binnengewässern von Bedeutung. In den vergangenen Jahrzehnten konnten – insbesondere im circumbaltischen Raum und auf den Britischen Inseln – durch maritime und limnische Prospektionen sowie Ausgrabungen in Flüssen und Seen eindrucksvolle Ergebnisse erzielt werden.

Zum 14. Mal lädt der Herrscher der Meere ein. Sein Blick richtet sich diesmal nicht nur auf das Meer. Flüsse und Seen in Nordeuropa sind es, die am 21. und 22.02.2009 am Kieler Institut für Ur- und Frühgeschichte, Johanna-Mestorf-Straße 2-4, im Blickpunkt der Tagung stehen. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland werden zwei Tage die neusten Forschungen vorstellen und diskutieren. Thematische Schwerpunkte bilden maritime Landschaften, Pfahlbauten, die Besiedlung auf Inseln, Brücken und Befestigungen im Uferbereich sowie die Schiffsarchäologie. Der öffentliche Abendvortrag am 21.02.2009 (19:30 Uhr im Hebbel-Hörsaal) des Stockholmer Archäologen Johan Rönnby wird Inselsiedlung vorstellen. Der Vortrag "Bulverket- Investigation and Interpretation of an 12th Century Lake Building, Gotland/SE" verspricht spannende Einblicke in Methoden und Ergebnisse der Unterwasserarchäologie.

Die Tagung wird von der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie e.V. sowie dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU in Zusammenarbeit mit dem "Deutschen Schifffahrtsmuseum" und der „Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie“ am Institut für Ur- und Frühgeschichte durchgeführt. Zielgruppe sind nicht nur Fachvertreter, sondern in besonderem Maße auch die interessierte Öffentlichkeit. Infos zur Tagung unter www.deguwa.org.

Weitere Informationen:

Der Schutz der Kulturdenkmale unter Wasser
Petition zur Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum Schutz der kulturellen Erbes unter Wasser durch Deutschland auf Initiative der DEGUWA und des VDST. Im engen Zusammenhang mit der Tagung stehen auch die Bemühungen der DEGUWA zum Schutz des Kulturerbes unter Wasser. Das kulturelle Erbe unter Wasser ist enorm reich und hat riesiges Potenzial. Im Laufe der Jahrhunderte sind komplette Städte von den Wellen verschlungen worden und Tausende von Schiffen sind auf See zugrunde gegangen. Viele Fundstätten unter Wasser sind im Laufe von Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden nicht berührt worden – ein umfassender Schutz fehlt indes noch. Prof. Dr. Christoph Börker, DEGUWA Präsident, und Dr. Hanz Günter Martin, DEGUWA Vizedirektor, werden die DEGUWA vorstellen und hierbei speziell auf die "Petition zur Ratifizierung der UNESCOKonvention zum Schutz des kulturellen Erbes unter Wasser durch Deutschland" eingehen. Infos zur Petition unter www.deguwa.org.

Vorstellung des Buches " Zwischen Nord- und Ostsee 1997-2007. 10 Jahre Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie"

1190 km Küstenlänge in Schleswig-Holstein sind Grund genug, die archäologischen Forschungen in Meeren, Seen und Flüssen des Landes zu bündeln. Hierfür steht die "Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie" (AMLA), die seit 1997 in enger Kooperation mit dem archäologischen Landesamt im Lande forscht. In dem Buch "Zwischen Nord- und Ostsee 1997-2007" präsentieren zahlreiche Experten aus Schleswig-Holstein, England und Dänemark nicht nur die Ergebnisse von zehn Jahren unterwasserarchäologischer Forschung in Schleswig-Holstein, sondern geben auch Ausblicke auf zukünftige Projekte und Strategien.

Die unterwasserarchäologische Ausbildung am Institut für Ur- und Frühgeschichte

Das Meer der Zukunft heißt genauso ein Mehr an Vergangenheit. Die maritime Ausrichtung Kiels schlägt sich auch in der Archäologie nieder, denn hier befindet sich eines der Zentren unterwasserarchäologischer Ausbildung in Deutschland. Studierende können in Kiel nicht nur die Ausbildung als Forschungstaucher absolvieren oder spezielle Methoden wie Grabungen im Feuchtboden kennen lernen, sondern werden auch an denkmalpflegerische Themen wie dem Schutz der Kulturlandschaft in Meeren, Seen und Flüssen herangeführt. Wir werden kurz auf das besondere Profil eingehen und einige aktuelle Projekte vorstellen. Informationen zur AMLA unter www.amla-kiel.de.