I 401 bei Oahu/Hawai gefunden

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21.03.2005 23:27
Kategorie: News
Forscher des Hawaii Undersea Research Laboratory fanden letzten Donnerstag das Wrack von I 401 vor der hawaianischen Insel Oahu. I 401 gehört zur japanischen Toku-Klasse und war am 8. Januar 1945 fertiggestellt worden. Diese U-Bootklasse bestand aus den bis dahin größten jemals gebauten U-Booten, waren sie doch 122m lang,7m breit und 12m hoch.Allein schon die maximale Wasserverdrängung von 6.560ts verrät, daß das Boot größer war als so manches Überwasserschiff das als Kreuzer klassifiziert war!

Die Besonderheit bei diesen U-Booten war jedoch nicht nur ihre Größe, sondern der Umstand,daß auf dem U-Bootsrumpf ein wasserdichter, 35m langer, Flugzeughangar saß. In diesem befand sich die Hauptwaffe des Bootes: drei einmotorige Schwimmerbomber des Typs Aichi M6A1 Seiran mit Faltflügeln. Diese Bomber konnten innerhalb von sieben Minuten aus den Hangars geholt,startklar gemacht und dann entweder mit einem Lufttorpedo oder 800kg Bombenlast zum Einsatz gebracht werden. Dies konnte überall auf der Welt geschehen,hatte I 401 doch eine Reichweite von 37.500 Nautischen Meilen und konnte so rund eineinhalb Mal um die Erde fahren. Aber das Boot konnte auch konventionell eingesetzt werden,verfügte es doch über acht 53,3cm-Torpedorohre im Bug sowie einer Chargierung von 20 Torpedos.

Nach seiner Fertigstellung übernahm Korvettenkapitän Shinsei Nambu das der 1. U-Bootschwadron unterstellte Boot. Die erste Feindfahrt sollte zusammen mit den anderen Booten dieser Schwadron vor die US-Küste führen. Dort sollte die Operation PX durchgeführt werden: die Flugzeuge sollten als Vergeltung für die verheerenden Luftangriffe auf Tokio in General Ishii`s Seuchenlabor in Harbin/China mit Cholera, Degue-Fieber, Typhus und anderem infizierte Ratten und Insekten über dem amerikanischen Festland abwerfen. Dies sollte zu einem Zusammenbruch der USA führen. Doch dieser Plan von Vizeadmiral Jisaburu Ozawa, dem Vizebefehlshaber der japanischen Marine, wurde vom Chef des Armee-Generalstabes, General Yoshijiro Umezu, untersagt. Stattdessen wurden die Boote dieses Geschwaders nun gegen die Schleusen des Panama-Kanals eingesetzt. Sollte die Zerstörung der Schleusentore gelingen, würde der Gatun-See auslaufen und der Panama-Kanal für Monate unpassierbar sein. Die US-Flotte würde für ihre Kriegsführung im Pazifik dadurch nicht unerheblich gehemmt.

I 401 sollte den für diese Mission benötigten Treibstoff aus der Mandschurei herüber nach Japan schaffen.Dabei bekam das Boot einen Minentreffer und mußte für einige Monate repariert werden.
Als das Boot im Sommer 1945 wieder einsatzbereit war, sollte es zusammen mit I 400 und anderen japanischen U-Booten gegen den US-Flottenankerplatz bei Ulithi eingesetzt werden. Auf dem Weg dorthin kam jedoch die Funknachricht daß der Krieg beendet sei, so daß I 401 Kurs auf Japan setzte und sich auf dem Weg dorthin dem amerikanischen U-Boot USS Segundo ergab.

Im folgenden ein Foto der US Navy wie I 401 bei dem U-Boottender USS Proteus längsseits geht.

Die Amerikaner brachten I 401 dann zur Erprobung und Ausforschung nach Pearl Harbour. Nachdem sie ihre Neugier gestillt hatten und die Russen ein dringendes Interesse an diesen U-Booten anmeldeten, wurde das Boot am 31. Mai 1946 zu Versuchen mit zwei der neuen Mk XVIII-Torpedos beschossen und versenkt.

Rund 59 Jahre später wurde es nun zufällig in 820m Tiefe vom Tauchboot Pisces VI vor Kalaeloa`s Barber`s Point wiedergefunden. Der Rumpf ist zwar kurz vor dem Hangar in zwei Teile zerbrochen, diese stehen jedoch nicht weit voneinander entfernt aufrecht auf dem Meeresgrund und sind durch ein Trümmerfeld miteinander verbunden. Die Kennung "I 401" ist immer noch klar auf dem U-Bootsturm zu erkennen -auch die Flakgeschütze des Bootes sind noch sehr gut erhalten und schön anzuschauen.