Hilfe für die Mühlviertler Bachforelle

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23.04.2006 19:59
Kategorie: News
Der OÖ Landesfischereiverband startet jetzt mit Südböhmen ein biologisches Projekt.
Die ursprünglich weit verbreitete, aber nahezu ausgestorbene Mühlviertler Bachforelle soll wieder eingesetzt werden.
Nur sie könne für das erforderliche biologische Gleichgewicht sorgen.

Die Mühlviertler Bachforelle hat besonders große und besonders kräftig rote Tupfen.
Das unterscheidet sie von anderen Bachforellen oder der weit bekannteren Regenbogenforelle.
Doch in den Mühlviertel Bächen ist der einheimische Fisch nur noch in der Minderheit.

Maximal zehn Prozent des Bestandes seien noch Mühlviertler Bachforellen, schätzt Landesfischermeister Karl Wögerbauer.

Schuld daran sind auch falsche Besatzungen in den letzten Jahren, so Wögerbauer: "Da sind arge Fehler passiert.
Da sind Bachforellen eingesetzt worden, deren Eier aus Dänemark und weiß Gott woher stammen."

Diese Fehler sollen jetzt korrigiert werden.
In einem eigenen Projekt werden in den kommenden sechs Jahren Bachforellen gezüchtet und systematisch ausgesetzt.
Positiver Nebeneffekt: Durch den Aufbau der Bachforellenpopulation wird auch einem anderen seltenen Flussbewohner geholfen:

"Die Flussperlmuschel, die ja ebenfalls weithin ausgestorben ist, braucht zu ihrer Fortpflanzung unbedingt die Bachforelle - und zwar interessanterweise die Mühlviertler Bachforelle, weil sie eine andere nicht annimmt", so Wögerbauer.

Kosten wird das Projekt Mühlviertler Bachforelle rund 120.000 Euro. Wögerbauer schätzt, dass frühestens in zehn bis zwanzig Jahren die Mühlviertler Bachforelle wieder die Mehrheit in den Flüssen und Bächen stellen wird.

Quelle: ORF OÖ