Haiopfer plädieren für Haischutz

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17.07.2009 12:08
Kategorie: News

Verstümmelte Haiopfer kämpfen für Schutz der Tiere

Am Mittwoch, 15.7.09, trafen sich in Washington Überlebende von Haiattacken - aber nicht, um sich gegenseitig ihr Leid zu klagen. Sie plädieren für den Schutz jener Tiere, denen sie ihre teils schweren Verletzungen verdanken.
Informationen zum Thema:

Stop Finning Kampagne - Shark Project
Stop Finning Petition
Sharkfacts - Fakten über Haie


Die Gruppe von zehn Haiopfern warb im US-Kongress um Unterstützung für ein Gesetz, mit dem das Finning ohne Wenn und Aber verboten werden soll. Das ist eine Praxis, bei der Haien die Flossen abgeschnitten und die Tiere dann meistens noch lebend zurück ins Wasser geworfen werden.

Jährlich 70 Mio. Haie getötet
Sie verenden qualvoll, und andernorts wird Haiflossensuppe aufgetischt - eine Barbarei, wie Tierschutzorganisationen seit langem anprangern. Nach Schätzungen mancher Experten werden jedes Jahr weltweit etwa 70 Millionen Haie durch das Finning getötet. Das Washingtoner Abgeordnetenhaus hat bereits für die US-Fischerei ein Verbot beschlossen, der Senat muss noch abstimmen.

"Akzeptiere die Konsequenzen"
"Ich nehme dem Hai die Attacke nicht übel", zitierte der Sender ABC eine nach Washington gereiste Amerikanerin, der vor zehn Jahren beim Schwimmen vor der hawaiianischen Küste schwere Verletzungen durch einen Haibiss zugefügt wurden. "Ich war es, der in ihren Lebensbereich eingedrungen ist. Ich habe die Konsequenzen erfahren, und ich akzeptiere sie." Al Brennaka, der seinen Arm verlor, pflichtete ihr bei: "Wer könnte besser für die Haie sprechen als die Menschen, zu denen die Haie selbst gesprochen haben?"

Hintergrund: Haiattacken
Jedes Jahr werden dem "International Shark Attack File" (ISAF) in Florida weltweit zwischen 50 und 75 Haiangriffe auf Menschen gemeldet; fünf bis zehn davon enden tödlich. Das ISAF wird von professionellen Haiforschern unterhalten, existiert seit 1958 und hat bis heute rund 2700 Haiunfälle dokumentiert; der älteste datiert aus dem 16. Jahrhundert. Bei näherem Betrachten ist nicht der Hai, sondern der Mensch der Übeltäter.