Haie: Deutsche Pauschaltouristen auf den Seychellen um Urlaubsfreuden betrogen?

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31.05.2016 17:18
Kategorie: News

Böse, böse Haie verursachten Badeverbot

Auf der Suche nach Kuriositäten stoßen wir immer wieder einmal auch auf Rechtsfälle, die in den letzten Jahren anhängig waren und es verdient haben, zu eurer Unterhaltung ein wenig beizutragen.  Stellt euch mal vor, ihr geht auf einen Livaboardtrip nach Ägypten, wollt dort den Longimanus mal hautnah erleben, nach Malapascua um Fuchshaie zu bewundern oder nach Südafrika um mit dem Sandtiger zu tauchen...

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Nun habt ihr Pech, die Haie waren gerade anderweitig unterwegs, was euch nicht nur enttäuscht, sondern sogar sauer macht. Das Ende vom Lied: Ihr verklagt den Reiseveranstalter wegen entgangener Urlaubsfreuden auf Schadenersatz! Völlig blödsinnig? Für uns Taucher wohl wirklich. Das Amtsgericht München hatte Ende 2012 einen Fall zu entscheiden, in dem auch Haie die Hauptrolle spielten und der mindestens so grotesk ist, wie unser konstruierter Fall ist.

Die Kläger hatten eine Reise auf die Seychellen gebucht. Noch bevor Sie anreisten, sprachen die örtlichen Behörden für den Strand Anse Lazio auf der Insel Praslin ein Badeverbot aus, da hier zuvor ein Haiangriff stattgefunden hatte.
Die Kläger fühlten sich aufgrund des Badeverbotes in ihrer Urlaubsfreude beeinträchtigt und verklagten den Reiseveranstalter nach der Heimkehr auf Rückerstattung der Hälfte des Reisepreises.

Um es kurz zu machen: Das Amtsgericht München beschied damals ähnlich weise, wie wohl jeder Taucher reagieren würde, wenn er seine „gebuchten“ Haie nicht zu Gesicht bekommt. Das Amtsgericht verneinte in seinem Urteil (AG München, Az.: 242 C 16069/12) einen Anspruch auf Schadensersatz oder sonstige Ausgleichszahlungen.

In der Urteilsbegründung hieß es: „Gemäß § 651 c Abs. 1 BGB sei eine Reise mangelhaft, wenn sie nicht den zugesicherten Eigenschaften entspreche und fehlerhaft sei. Vorliegend sei eine Fehlerhaftigkeit zu verneinen, weil der Strand, trotz des Badeverbotes, nutzbar gewesen sei. Der Verantwortungsbereich des Reiseveranstalters umfasse nicht, den Urlaubern ein gefahrloses Schwimmen zu ermöglichen. Wird das entsprechende Badeverbot zudem zum Schutz der Urlauber und zur Gefahrenvorbeugung ausgesprochen, so sei dies dem Veranstalter nicht nachteilig auszulegen. Eine Schadensersatzzahlung stehe den Klägern folglich nicht zu.

Also Tauchsportfreunde: Wieder mal den Walhai verpasst, die Schildkröte verschlafen oder den jagenden Makrelenschwarm im Freiwasser übersehen? Klagen ist sinnlos und diese „Mängel“ können nur durch kontinuierliches Weitertauchen beseitigt werden...  ;-) (hap)