Grönlands indigener Walfang legitimiert

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19.09.2014 08:39
Kategorie: News

EU kippt beim Grönland Walfang um

IWC 2014 - WDC
Der indigene Walfang in Grönland wird kommerziell missbraucht

Vom 15. bis zum 18.September fand die 65. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC ) in Portoroz, Slowenien statt. Ein wichtiger Termin für Grönland, das seine Quoten für den indigenen Subsistenzwalfang erneuern wollte.

Grönland jagt im Rahmen der sogenannten Subsistenz-Quote ("Aboriginal Subsistence Whaling Quota"), die sehr strikten Regeln unterliegt. So ist das Fleisch nur zur Versorgung der indigenen Bevölkerung gedacht und ein Verkauf der Produkte darf nur in einem sehr engen, festgelegten Rahmen erfolgen.

Auf der letzten Tagung der IWC im Jahr 2012 war Grönland keine Quote gewährt worden, nun führte die 180 Grad-Wendung der EU zum Erfolg des umstrittenen Jagdantrags: 176 Zwergwale, 19 Finnwale, 2 Grönlandwale und 10 Buckelwale dürfen bis 2018 jährlich getötet werden. Nachdem Dänemark in den Vorverhandlungen der Europäischen Kommission mit einem möglichen Austritt aus der IWC gedroht hatte, wurde nun mit Unterstützung der EU-Länder eine Quote erpresst.

Walfleisch wird kommerziell verwertet

Produkte aus Walfleisch in Supermärkten in Grönland
Die Produkte aus dem "indigenen" Walfang werden entgegen
den Vereinbarungen offen verkauft.


Die erhöhten Bedarfsansprüche werden durch aktuelle Untersuchungen von WDC und Meeresbiologen in Frage gestellt, die im August und September 2014 an der Ost- und Westküste Grönlands durchgeführt wurden. Diese ergaben, dass Walfleisch und andere Wal-Produkte in Supermärkten, Restaurants und Imbissen verkauft werden und Touristen eindeutig einen Teil der Zielgruppe für Finn-, Zwerg und Buckelwalfleisch darstellen, obwohl das Walfleisch eigentlich nur zur Versorgung der indigenen Bevölkerung gedacht ist.

Astrid Fuchs, Kampagnenleiterin bei WDC sagt dazu: "Es wäre besser, Grönland würde sich auf die tatsächlichen Bedürfnisse seiner indigenen Bevölkerung konzentrieren, anstatt überhöhte Quoten zu fordern, um damit Touristen zu versorgen. Dies ist weder im Sinne der Vorgaben der Internationalen Walfangkommission, noch der Menschen, die tatsächlich auf die Walfangquote angewiesen sind."

15 NGOs haben sich nach der gestrigen Entscheidung zusammengeschlossen und verurteilen die Europäische Union für ihre Unterstützung des semi-kommerziellen Walfangs in Grönland. Auch lateinamerikanische Länder leiden unter dieser Entscheidung, da die Walbeobachtungsindustrie vor Ort stetig wächst. Buckelwale, die von der Arktis Richtung Süden ziehen, sind von Grönlands Walfang betroffen.

Alle weiteren Entscheidungen der IWC 2014 sind hier zu finden.


Weitere Informationen:
WDCS
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