Greenpeace stoppt Piratenfischer im Mittelmeer

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26.06.2006 16:54
Kategorie: News
Tausende Wale, Delfine und Haie sterben in illegalen Treibnetzen


Hamburg/ Ligurisches Meer 23.6.2006 - Mit dem Greenpeace-Schiff "Rainbow
Warrior" brachten Greenpeace-Aktivisten heute Morgen einen illegalen
italienischen Treibnetzfischer auf und beschlagnahmten mehrere hundert
Meter seines Netzes. Die Piratenfischer waren 65 Kilometer suedlich der
italienischen Insel Ponza auf der Jagd nach Schwertfischen. Die Aktivisten
konnten eine Meeresschildkroete aus dem Netz befreien und ihr so das Leben
retten.

"Treibnetze sind seit Jahren verboten", sagt Thilo Maack, Greenpeace
Meeresbiologe. "Es ist skandaloes, dass die italienische Regierung und die
europaeische Gemeinschaft es nicht schafft, ihre eigenen Gesetze
durchzusetzen." Die europaeische Gemeinschaft brauchte sechs Jahre, um das
Treibnetzverbot der Vereinten Nationen von 1992 zu akzeptieren und weitere
vier Jahre, um es rechtsverbindlich zu machen. 2002 wurde das Gesetz
endlich umgesetzt. Greenpeace hatte bereits in den neunziger Jahren gegen
diese lebensverachtende Fischerei mobil gemacht. Dennoch gehoeren heute, 14
Jahre spaeter, mehr als 400 Fischerboote zur illegalen Treibnetzflotte im
Mittelmeer. Die Europaeische Union sieht tatenlos zu.

In den kilometerlangen Netzen verfangen sich jaehrlich tausende
Schildkroeten, Haie sowie Wale und Delfine. Die Tiere sterben als so
genannter Beifang in diesen "Waenden des Todes". Da man diesen Beifang
nicht verkaufen kann, werfen die Fischer die toten Tiere wieder ins Meer
zurueck. "Eine unglaubliche Verschwendung von Leben", so Thilo Maack. In
den Sommermonaten legen die illegalen Fischer jede Nacht so viele Netze
aus, dass sie das Mittelmeer damit einmal umspannen koennten.

Die "Rainbow Warrior" startete ihre Patrouillenfahrt Anfang der Woche in
Genua. In den kommenden drei Monaten will Greenpeace mit der "Rainbow
Warrior" die Zerstoerung des Mittelmeeres dokumentieren und, wo es moeglich
ist, eingreifen.
Zusammen mit dem Greenpeace-Schiff "Esperanza", die auf ihrer 14monatigen
Weltreise ebenfalls das Mittelmeer durchquert, wirbt auch die "Rainbow
Warrior" fuer die konsequente Ausweisung von Meeresschutzgebieten. Diese
sollen mindestens 40 Prozent der Meere umfassen und besonders Laich- und
Aufzuchtsgebiete von Speisefischarten, aber auch seltene Lebensraeume unter
strengen Schutz stellen. Ein Greenpeace-Schutzgebietsvorschlag fuer das
Mittelmeer wurde in der vergangenen Woche in Genua der Oeffentlichkeit
praesentiert.

Quelle: Greenpeace Pressemeldung