Greenpeace entwickelt Fischratgeber

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30.10.2008 08:03
Kategorie: News
Greenpeace Pressemitteilung:
Die gemeinsame Fischereipolitik der Europäischen Union (EU) ist gescheitert. Das musste selbst Fischereikommissar Borg eingestehen, als er vor drei Wochen den aktuellen EU-Bericht der Öffentlichkeit präsentierte.

Sein Report zeigt, dass 80 Prozent der Fischbestände in EU-Gewässern derart befischt werden, dass ihre Nachkommenschaft nicht gesichert ist. Zudem meldeten einige Mitgliedstaaten, dass die nationalen Kosten für Management und Subventionen der Fischerei mittlerweile höher sind als die Gewinne. Diese zwei Beispiele zeigen, wie stark die weltweite Fischerei-Krise auch und gerade die Bestände in den europäischen Meeren betrifft. Die größten Probleme sind Überkapazitäten, Beifang und illegale Fischerei.

Wir brauchen ein Fischereimanagement, welches nach dem Vorsorge-Grundsatz handelt. Nur so können wir auf lange Sicht die Fischbestände der Meere nutzen. Um den Teufelskreis aus kurzsichtigen, politischen Entscheidungen und verantwortungslosen Verhalten der Industrie zu durchbrechen, wenden wir uns an Sie als Verbraucher/in. Wir alle können die Fischbestände schützen, in dem wir weniger Fisch essen und zudem versuchen, auf Fisch aus nicht-nachhaltigen Fischereien ganz zu verzichten.

Nur: Woher weiß ich, welcher Fisch aus nachhaltiger Fischerei stammt? Nehmen wir als Beispiel den Kabeljau: Allein im Nordostatlantik gibt es 13 unterschiedliche Bestände. Diese sind verschieden stark bedroht. Will man hier eine Nachhaltigkeits-Bewertung vornehmen, muss man sich die Fischereien einzeln ansehen: Wie ist der Zustand des Bestands? Welche Fangmethode kommt zum Einsatz? Wie viel Beifang entsteht? Funktioniert das derzeitige Fischereimanagement?

Aus den Antworten hat Greenpeace den neuen Fischratgeber entwickelt, den Sie unter http://newsletter.greenpeace.de/d/r/2993 online einsehen können. In ihm werden erstmalig einzelne Fischbestände aufgelistet. Er soll uns helfen den Mut aufzubringen, um beim Fisch-Einkauf nachzufragen und nachhaltige Fischprodukte inklusive einer vollständigen Kennzeichnung bei unserem Supermarkt einzufordern.

Denn viel zu oft sind wir Verbraucher im Supermarkt mit ungenügender Kennzeichnung konfrontiert: So wird z.B. der Dornhai als "Schillerlocke" oder als "Seeaal" verkauft. Weder das genaue Fanggebiet noch die Fangmethode sind auf dem Etikett der Fischprodukte genannt. Aber erste Unternehmen haben mit einer umfassenden Kennzeichnung auf ihren Produkten begonnen. Genau da müssen wir hin!

Wir wollen eine Veränderung erzeugen, die Politik in Bewegung bringen und die Industrie zwingen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Deshalb: Fragen Sie nach und fordern Sie nachhaltige Produkte mit einer umfassenden Kennzeichnung ein!

Greenpeace ist auf den Weltmeeren aktiv, wir prangern die Missstände bei der Industrie an und fordern die Politik zum Handeln auf. Für die Verbraucher haben wir den Fischratgeber erstellt. Nutzen Sie ihn und helfen Sie mit, unsere Fischbestände zu schützen! All dies ist nur möglich durch die Unterstützung von vielen tausend Fördermitgliedern. Werden auch Sie ein Teil davon - unterstützen Sie erfolgreichen Umweltschutz durch Ihre regelmäßige Spende - am besten gleich jetzt. Herzlichen Dank!

Absender: Greenpeace e.V., Große Elbstraße 39, 22767 Hamburg
Tel. 040-30618-0, E-Mail: mail@greenpeace.de.
Spendenkonto 9733 8207, Postbank Hamburg (BLZ 200 100 20)