Greenpeace demonstriert im Nordwest-Atlantik gegen Shrimps-Fischerei

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07.08.2005 11:17
Kategorie: News
Flaggschiff "Esperanza" dokumentiert Bedrohung durch Grundschleppnetze

Flemish Cap/Nordwest-Atlantik, 6.8.2005
In der Mitte des Nordwest-Atlantiks haben Greenpeace-Aktivisten heute in Schlauchbooten mit einem grossen Banner und dem Schriftzug "Legal?" gegen einen islaendischen Fischdampfer demonstriert.
Das Schiff, die "Petur Jonsson", gehoert zu einer Flotte von mehr als sieben Fischtrawlern, die auf der Jagd nach Tiefseekrabben sind. Dabei werden derart grosse Mengen der Tiere gefangen, dass die Bestände mittlerweile bedroht sind.

Ein fuer die Region bestehendes Fischereiabkommen (NAFO) reicht nicht aus, um die sensible Tiefsee zu schuetzen. Das Abkommen, dass von fast allen Industrienationen unterzeichnet wurde, soll eigentlich eine Tiefsee und Bestaende schonende Fischerei garantieren. Mitgliedsstaaten wie Island ignorieren jedoch die festgelegten Fangtage und haben eigene Quoten beschlossen.

"Hier findet ein Raubbau an der Natur statt, das kann nicht legal sein", sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace, an Bord der "Esperanza".
"Wenn ein Fischereiabkommen derart skandaloes versagt und ganze Bestaende einbrechen, muessen die Vereinten Nationen handeln." Durch das falsche Management des NAFO-Abkommens wird lediglich die Anzahl der Fangtage begrenzt. Die Folge davon: Es werden immer groessere Schiffe gebaut, die in derselben Zeit wesentlich mehr Tiefseekrabben aus dem Wasser holen. So schaffte es die norwegische Fischereiflotte trotz NAFO-Abkommen die Fangmenge von 49.000 Tonnen im Jahr 2002 auf 62.000 Tonnen in 2003 zu steigern. Seit einigen Jahren beobachten Fischer, dass die gefangenen Tiefseekrabben immer kleiner werden. Ein Hinweis darauf, dass sich die Bestaende nicht ausreichend erholen koennen.

Greenpeace fordert deswegen die Vereinten Nationen auf, die Grundschleppnetz-Fischerei auf der hohen See sofort zu verbieten. "Nur ein beherztes Eingreifen der UN kann die Tiefsee retten - regionale Fischereiabkommen, wie NAFO, sind absurd", erklaert Menn.

Die "Esperanza" ist seit eineinhalb Wochen im Nordwest-Atlantik auf Patrouille unterwegs. Im Seegebiet der Grand Banks und des Flemish Cap, rund 1000 Kilometer suedlich von Groenland, finden sich besonders viele
Kaltwasser-Korallenriffe mit einer grossen Artenvielfalt. Die Grundschleppnetze der Shrimpsfischer werden durch mtonnenschwere Scherbretter offen gehalten und zerstoeren alles, was ihnen im Weg steht.
Zu den Fischereiflotten in der Region gehoeren grosse Fischdampfer aus Island, Deutschland, Spanien, Portugal oder Russland. Sie ziehen bis zu drei Netze auf einmal ueber den Boden. Die Fischindustrie selbst bezeichnet diese Art der Fangtechnik als zerstoererisch.

Quelle: Greenpeace Presseerklärung