Fische halten Riffe trotz Klimakatastrophe am Leben

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22.03.2008 15:59
Kategorie: News
Gesunde Fischpopulation als Schlüssel

Canberra, 21.03.2008 - Australische Forscher sind in einer Studie zum Schluss gekommen, dass eine gesunde Fischpopulation die einzige Möglichkeit ist, Korallenriffe vor der kompletten Zerstörung zu bewahren. In den meisten Regionen der Welt, in denen Riffe gewachsen sind, sorgen Temperaturanstieg, Verschmutzung und nicht nachhaltige Fischerei für einen Rückgang der Korallen.

Die australischen Forscher haben etwa gezeigt, dass einige der Rifffische wie Rasenmäher Algen oder andere Gewächse von den Korallen abfressen. Studienautor Terry Hughes von der James Cook University http://www.jcu.edu.au in Townsville zieht als Beispiel das Große Barrier-Riff heran. "Vor allem pflanzenfressende Fische spielen eine wichtige Rolle in der regenerativen Kapazität, um abgestorbene Korallen frei von Bewuchs zu halten, sodass junge Korallen sich wieder erholen können", so der Forscher. In Untersuchungen mit Käfigen, mit denen Fische von Korallen ferngehalten wurden, konnten die Forscher nur schleichende Entwicklungsvorgänge beobachten, während in Regionen, in denen Fische präsent waren, die Wiederbesiedlung drei Mal so schnell vor sich ging.

Eine besonders wichtige Rolle für die Gesunderhaltung der Riffe spielen etwa die Papageien- und Kaninchenfische. "Die Fischerei in den Korallenriffen muss daher dringend kontrolliert werden, nur so haben diese Ökosysteme eine Chance die Klimaänderung zu überleben", erklärt der Forscher. In den vergangenen Jahren wurden am Barrier-Riff zahlreiche Meeresschutzgebiete eingerichtet, in denen Tiere ungestört leben. Das habe bei allen Lebewesen zu einer Zunahme geführt, wie Peter Doherty vom Australian Institute of Marine Science http://www.aims.gov.au berichtet. Vor allem sehr wichtige Fischarten wie etwa Leopard-Felsenbarsche und Schnapper konnten sich vermehren. Da die Tiere mehr Eier produzierten, konnten die Forscher auch Zunahmen von Fischen außerhalb der Schutzzonen feststellen.

Trotz der besseren Lage für die Korallenriffe bestehen die Forscher darauf, den Eintrag von Abwässern aus der Landwirtschaft und Industrie zu verringern. Zudem sollte dringend daran gearbeitet werden, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Es stehe außer Zweifel, dass die höheren Temperaturen den Korallen schwere Schäden zufügen. Zusätzlich sorgen erhöhte Phosphatwerte für weiteren Stress.

Quelle: pressetext.austria