Fast 400 ausgestopfte Meereschildkröten vor Ost-Kalimantan entdeckt

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14.05.2007 11:16
Kategorie: News
Schildkrötenfänger-Schiff unter chinesischer Flagge mit Namen `Hainan 02099’ und 22 Mann Besatzung vor Ost-Kalimantan aufgebracht

Das chinesische Schiff wurde am 8. Mai 2007 von einem Schiff des indonesischen Zolls mit der Nummer KP BC 2005 auf der geografischen Position 2’ 32º nördlicher Breite / 119’ 10º östlicher Länge aufgegriffen. Nachdem auf dem Schiff tote Schildkröten gesichtet wurden, schaltete der Zoll die Naturschutzbehörde KSDA ein. Das chinesische Schiff wurde in den Fischereihafen Tengkayu II nach Tarakan geschleppt.

Am 10. Mai reisten Pak Hutomo und Pak Sihab nach Tarakan, um den Fall in die Hand zu nehmen. Am selben Tag reiste auch Rachmad Basuki (Turtle Foundation) zusammen mit Pak Rusli (WWF) und Pak Jen (Fischereibehörde von Berau) nach Tarakan, um genauere Informationen zu bekommen und bei der Datenaufnahme zu helfen. Die Fotos sind direkt im Fischereihafen entstanden.

Am 11. Mai begann das Team unter Führung des KSDA mit der Datenaufnahme. Es wurde gefunden:

296 Echte Karettschildkröten, mit Formalin präpariert, mit Rückenpanzermaßen zwischen 20 und 90 cm
90 Grüne Meeresschildkröten, mit Formalin präpariert, mit ähnlichen Rückenpanzermaßen
1 Meeresschildkröte, Art nicht eindeutig
4 Kanister Formalin à 25 Liter, insgesamt 100 Liter
17 Knäuel Netze mit einem Maschendurchmesser von 38 cm
3 Riesenmuschelschalen von ca. 100 cm Länge
1 ausgestopfter Kugelfisch
2 Speedboote mit 60-PS-Motoren

Der KSDA wird die Seeleute anklagen und vor Gericht bringen. Zunächst war es schwierig, mit ihnen zu kommunizieren, weil sie weder englisch noch manadarin sprechen, sondern nur hainan-chinesisch; am Nachmittag jedoch war es dem KSDA gelungen, einen Dolmetscher aufzutreiben.

Die Anklage wird auf Verstoß gegen das Naturschutzgesetz (Nr. 5 aus 1999) lauten sowie auf Verstöße gegen Einreise- und Fischereivorschriften. Die Verdächtigen sind derzeit in Untersuchungshaft im Polizeipräsidium von Tarakan.


Der Fund aufgeladen auf einem Polizei-LKW




Hier erkennt man das Ausmass des Fundes.