EU-Kommission plant Neuordnung der Fluggastrechte

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05.09.2013 12:43
Kategorie: News

Verschlechterungen bei Fluggastrechten

EU Wappen
Die EU-Fluggastrechte-Verordnung gibt es seit acht Jahren, bis heute müssen Passagiere trotzdem und vielfach um ihr Recht auf Entschädigungsleistungen bei Flugausfällen, Überbuchungen und Verspätungen kämpfen; oftmals ist ein langer Atem und anwaltliche Unterstützung notwendig um die Rechte letztendlich durchsetzen zu können. Anstatt diese Situation zu verbessern, plant die EU-Kommission die Verordnung zu novellieren, mit deutlichen Verschlechterungen für die Fluggäste.

Bei Verspätungen, Flugausfällen und "denied boarding" haben Flugpassagiere einen Anspruch auf unentgeltliche Unterstützungsleistungen, wie Verpflegung und Unterbringung, und auch einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, wenn Verspätungen am Zielort mehr als drei Stunden betragen.

Der Entwurf der EU-Kommission sieht jetzt vor, dass es - je nach Flugstreckenlänge - erst ab einer Verspätung am Zielort von fünf, neun bzw. zwölf Stunden eine finanzielle Entschädigung geben soll.
Bisher war bei Ausfällen von Flügen aufgrund außergewöhnlicher Ereignisse, wie zum Beispiel der Aschewolke, keine Deckelung der Ansprüche für Verpflegung und Hotel vorgesehen. Im Vorschlag der Kommission sollen die Ansprüche auf drei Tage begrenzt und mit 100 Euro pro Tag gedeckelt werden.

Bisher gibt es für Passagiere keine festgelegte Frist um die Ansprüche geltend zu machen. Dem Entwurf der Kommission zufolge müssen Ansprüche binnen drei Monaten bei der Fluglinie deponiert werden.

Die geplante Neuregelung der Fluggastrechte in Europa wird nach Ansicht von Kritikern zu Lasten der Passagiere gehen. Bei Verspätungen von Flügen bekämen sie seltener eine Entschädigung. Die Fluggesellschaften könnten zudem öfter als bisher mit Hinweis auf "außergewöhnliche Umstände" eine Ausgleichszahlung verweigern, bemängelte der europäische Fahrgastdachverband European Passengers' Federation (EPF). Besonders kritisch beurteilt die EPF Ausnahmeregelung: "Sollten künftig technische Defekte an Flugzeugen als  ‚außergewöhnliche Umstände‘ gelten, wäre es ein Grund keinen Ausgleich zahlen zu müssen".