Einsatz gegen das Toeten der Wale im Suedpolarmeer

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05.01.2006 20:04
Kategorie: News
Greenpeace-Schlauchboote wieder im Einsatz gegen das Toeten der Wale im Suedpolarmeer Neuseelaendische Studie belegt Sinnlosigkeit der japanischen Jagd

Antarktis, 5.1.2005 - Das Greenpeace-Flaggschiff "Esperanza" hat im
Suedpolarmeer erneut die japanische Walfangflotte aufgespuert.
Schlauchbootfahrer haben ihre Boote in dramatischen Manoevern zwischen Harpune und die Zwergwale bugsiert, um den toedlichen Schuss auf die Tiere zu verhindern. Dabei muessen die Umweltschuetzer so vor dem Bug der
Harpunenboote kreuzen, dass die Wassernebel, die die
Greenpeace-Schlauchboote verspruehen, den Harpunen-Schuetzen die Sicht auf den Wal nehmen. Allerdings lagen schon wieder sieben tote Wale auf dem Deck
des Verarbeitungsschiffes "Nisshin Maru", das die Meeressaeuger
"kuechenfertig" zerlegt. Die Walfaenger machten auch wieder Jagd auf Wal-Muetter mit ihren Kaelbern, da diese nicht so schnell fliehen koennen.

Wenn das zweite Greenpeace-Schiff, die "Arctic Sunrise" den Abstand zur Flotte aufgeholt hat, wird auch die deutsche Aktivistin Regine Frerichs den Kampf fuer die Wale wieder aufnehmen. Das lange Sterben der von der Harpune getroffenen Tiere, waehrend sie zum Verarbeitungsschiff gezogen werden, hat Greenpeace bei den ersten Aktionen vor Weihnachten dokumentiert. Das hat auch die Hamburgerin seelisch mitgenommen: "Ich denke, es geht den anderen wie mir. Wir muessen uns geistig darauf vorbereiten, was kommt. Vor der ersten Aktion konnten wir das nicht. Wir hatten keine Ahnung was uns erwartet."

Unterdessen gibt es neue Belege, wie ueberfluessig die Jagd der
japanischen Fangflotte zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken ist. Eine durch den Umweltminister Neuseelands, Chris Carter, veroeffentlichte Studie traegt die Argumente von Mitgliedern des wissenschaftlichen Komitees der Internationalen Walfangkommission (IWC) zusammen. Zum einen laegen fuer das
Suedpolarmeer bis heute keine in Uebereinstimmung gebrachten
Bestandsabschaetzungen der verschiedenen Walarten vor. Niemand weiss also
genau, wie viele Wale dort leben. Zum anderen sollen mit dem
Abschussprogramm im Suedpolarmeer Fragen geklaert werden, auf die es laengst Antworten gibt. So soll nach Meinung der Japaner die vermehrte
Toetung von Zwergwalen angeblich zur Erhoehung der Zahl an Blauwalen
beitragen - eine These, die auf Spekulationen beruhe und wissenschaftlich als widerlegt gelte. Und der neuseelaendische Report beschreibt, dass die Fragen zu zeitlichen und raeumlichen Veraenderungen der Wal-Bestaende am besten ueber Biopsie, das heisst ueber die Entnahme kleiner Gewebeproben, zu klaeren seien. Fuer dieses Verfahren muessen die Tiere nicht getoetet werden.

"Unter dem Vorwand der Forschung der Japaner haben seit 1986 allein in der Antarktis ueber 10.000 Zwergwale ihr Leben gelassen", sagt Stefanie Werner, Waleexpertin von Greenpeace in Hamburg. "Und das, obwohl 1984 genau dort ein Schutzgebiet etabliert wurde, um die Erholung der Walbestaende unter dem Ausschluss der direkten Jagd beobachten zu koennen".

Greenpeace Presseerklaerung vom 5.Januar 2006