Deutsches Torpedoboot in der Ostsee gefunden

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17.08.2004 14:07
Kategorie: News
Polnische Taucher haben in der Ostsee ein Torpedoboot aus dem ersten Weltkrieg gefunden.
Nach ihren Angaben handelt es sich dabei um das deutsche Torpedoboot "S 50".

Dieses 44,2m lange und 5m breite Kriegsschiff der Kaiserlichen Marine war am 4. November 1889 mit der Baunummer 411 auf der F.Schichau-Werft im ostpreußischen Elbing als verzinkter Querspant-Stahlbau auf Kiel gelegt worden. Mit einem 1.671 PSi leistenden Lok-Kessel erreichte das 152t große Schiff nach seinem Stapellauf am 10. April 1890 eine Höchstgeschwindigkeit von 21,5 Knoten und konnte bei Verbrauch des Bordvorrats von 26t Öl eine höhere Reichweite erzielen als die typgleichen aber kohlebetriebenen Schiffe dieser Baureihe. Nach den ersten Werfterprobungen nahm die aus einem Offizier sowie 15 Unteroffizieren und Mannschaften bestehende Besatzung ihr 261.000 Reichsmark teures Schiff in Besitz und begann sich an der Bewaffnung zu üben. Diese bestand aus einer 5cm/L40-Torpedobootskanone mit einem Bordvorrat von 156 Schuß sowie zwei 35cm-Deckstorpedorohren und einem 35cm-Bugtorpedorohr mit vier Torpedos. Diese Bewaffnung wurde ergänzt um ein Minenräumgerät. Nach 20 Jahren Dienst wurde S 50 zu einem Minensuchboot umgebaut und am 11. November 1910 als T 50 in Dienst gestellt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges war es dann der Inspektion der Küstenartillerie und des Minenwesens in Cuxhaven unterstellt und gehörte dort zur 2. Minensuchdivision der Minensuchabteilung. In dieser Dienststellung geriet es dann am 28. September 1914 in der Ostsee in einen Sturm und sank auf der Position 54° 43 N / 17° 05 E.