Der Iceman ist zurück

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08.03.2009 17:51
Kategorie: News

Redl schlägt sich selbst

Christian Redl stellte den bisher ungeschlagenen Rekord "Streckentauchen unter Eis" vor sechs Jahren auf. Die 90 Meter sind, trotz Versuche anderer Apnoisten, eine bisher nie mehr erreichte Zielmarke. Nun war es für Redl an der Zeit nochmals einige Meter nachzulegen und sich selbst zu schlagen: am Weißensee in Kärnten.

Christian Redl unter Eis
Christian Redl kurz vor dem Weltrekord

Seit Mittwoch, 4.März, trainiert Redl mit seinem Team am Kärntner Weißensee. Die Bedingungen sind durchwachsen, eine dicke Schneeschicht verdunkelt das Wasser; das Wetter schlägt Kapriolen. Das geplante "Eishockey unter Eis" Turnier mit vier Teams - am 6. und 7. März - wird abgesagt. Zu schlecht sind die Bedingungen. Der Weltrekordversuch soll trotzdem durchgeführt werden...

Rekorde purzeln
Am Freitag verschlechtert sich die Wetterlage abermals; Schnee und Regen sorgen für wenig Gemütlichkeit an der Oberfläche. Die Aufwärmzelte brechen unter der Schneelast zusammen. Die Kameramänner haben Probleme mit den Akkus durch die extreme Kälte. Unter dem Eis herrscht durch den Neuschnee tiefschwarze Nacht. Und auf dem Eis watet das Team knöcheltief im Schmelzwasser. Die Rekordversuche aber sollen stattfinden:

Die Strecke wird durch zwei Löcher im Eis begrenzt, zur Orientierung wird zwischen beiden Löchern ein Seil gespannt. Der Versuch ist nicht ohne, denn es wird während des Tauchgangs keine Möglichkeit zum raschen Auftauchen geben. Als Erster taucht Jaromir Foukal 50 Meter weit unter Eis, ohne Flossen! Er verbessert den alten Rekord um 7 Meter (bisheriger Rekordhalter: Leonardo D`Imporzano aus Italien). Danach verbessert Christian Redl alten Rekord um 3 Meter auf nun sagenhafte 93 Meter unter Eis - und das bei diesen ungünstigen Bedingungen! „Zusätzlich zur Tauchstrecke und dem 2 °C kalten Wasser waren es für mich die härtesten Bedingungen, die ich jemals bei einem Weltrekordversuch hatte“, so Christian Redl. „Die Dunkelheit stellt eine erhebliche mentale Herausforderung dar“. Christian Redl und das Freitauchteam vertrauen auch bei diesem extrem anspruchsvollen Projekt auf das ausgezeichnete Equipment von Mares Pure Instinct.

Eishockey unter Eis

Eishockey unter Eis
Gruppenfoto der Eishockeyteams aus Deutschland und Österreich

Zur Feier des Erfolgs und um wenigstens ein Eishockeyspiel „der anderen Art“ durchführen zu können tritt das österreichische Team, bestehend aus Jaromir Foukal und Christian Redl am Samstag gegen die deutsche Mannschaft, bestehend aus Andreas Güldner und Finn Häcker, an. Nach drei unglaublich anstrengenden und hart umkämpften Dritteln setzt sich die Heimmannschaft Foukal/Redl mit 10:9 durch.

Was ist nun dieses Eishockey unter Eis? Die Spielfläche befindet sich auf der Unterseite des Eises. Das Spielfeld misst 8 mal 6 Meter. Die Tore sind an der Unterseite des Eises - also Kopfüber befestigt. Der Puck besteht aus Styropor. Eine Mannschaft besteht aus 2 Spielern, genauer gesagt spielen 2 Freitaucher gegen zwei weitere. Gespielt wird in 3 Dritteln, wie beim normalen Eishockey. Allerdings dauert ein Drittel nur 10 Minuten. Bei einer Wassertemperatur von nur 2 Grad ist die Gefahr der Auskühlung bei längeren Spielzeiten zu groß. Übrigens – erfunden hat die Variante des Hockeyspiels Christian Redl.