Der Geruch toter Korallen macht aus Jungfischen leicht Beute

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17.05.2016 11:23
Kategorie: News

Korallenbleiche gefährdet das Leben von Rifffischen

Australiens schlimmste Korallenbleiche aller Zeiten gefährdet das Leben von Rifffischen, die nicht in der Lage sind, neue Räuber zu identifizieren.

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Forscher aus Australien und Schweden haben festgestellt, dass die Schäden an Korallen, die aus Bleichen resultieren, Ambon Demoiselles daran hindern, auf verräterische Chemikalien zu reagieren, die anzeigen, dass sich hungrige Räuber nähern.

"Jungfische nutzen chemische Alarmsignale, die von der Haut angegriffener Fische freigesetzt werden, um die Identität neuer Feinde zu lernen. Sie bringen die Alarmmeldung ihres verletzten Artgenossen mit dem Geruch oder dem Anblick des verantwortlichen Räubers in Verbindung. So lernen sie, welche Lebewesen für sie gefährlich sind und in Zukunft gemieden werden sollten", so Professor Mark McCormick von der ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University.

Dieser Lernprozess, so der Forscher, funktioniere offensichtlich nur in einer Umgebung mit lebenden Korallen. Ambon Demoiselles auf toten Korallen konnten diesen chemischen Alarm nicht wahrnehmen.

Dr. Oona Lönnstedt von der Universität Uppsala in Schweden erklärt: "Wir fanden heraus, dass, wenn Korallen sterben und von Algen bedeckt werden, sich die olfaktorische Landschaft des Riffs zu ändern scheint und den entscheidenden Lernmechanismus der Fische beeinflusst. Wenn der Prozess der Katalogisierung und die Vermeidung von Raubtieren bei einigen Fischarten durch den Abbau und Verlust von Korallen behindert wird, könnte die Vielfalt der Rifffische verloren gehen.Viele Rifffische brauchen bestimmte Lebensräume, die nur gesunde Korallenriffe bieten können."

Infos: www.coralcoe.org.au


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