Denkmalgerechtes Tauchen

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10.06.2004 20:12
Kategorie: News
Nach erfolgreichen Probeläufen am Bodensee und der Ostsee wurde im April 2004 ein neuer Spezialkurses „Denkmalgerechtes Tauchen“ beim VDST anerkannt. Zeitgleich fanden am 8./9. Mai 2004 die ersten Spezialkurse am Bodensee und an der Ostsee statt.

Der „Ostseekurs“ wurde vom Landesamt für Bodendenkmalpflege M-V zusammen mit dem Landesverband für Unterwasserarchäologie M-V, dem VDST, LTV M-V und der TSG Konstanz durchgeführt.
Als Veranstaltungsort wurde das Jugendschiff „Likedeeler“ in Rostock gewählt. Direkt an der Warnow gegenüber dem Hafen in einem maritimen Ambiente gelegen, waren hier Vortragsräume, Unterkunfts-, Verpflegungs- sowie Anlegemöglichkeiten an einem Ort konzentriert. Teilnehmer waren 7 erfahrene Sporttaucher aus Norddeutschland; als Ausbilder waren ein Archäologe aus Rostock sowie M. Eisenmann aus Konstanz vor Ort. Ein Fernsehteam des NDR begleitete die Praxisübung am Sonntag.
Unterwasserdenkmale erkennen, richtig betauchen und wiederfinden waren die Schwerpunkte des Programms. Um das zu vermitteln waren 5 Theoriemodule sowie 2 Freiwassertauchgänge an einem Denkmal in einem Zeitraum von 2 Tagen geplant.

Aus logistischen Gründen wurden die beiden Freiwassertauchgänge während einer
Schiffsausfahrt auf einem gecharterten Kutter durchgeführt. Die beiden geführten
Tauchgänge fanden an Stahlschiffswracks in der Warnemünder Bucht statt. Trotz der
geringen Wassertiefen von 4 bzw. 9 m stellten sich die Gruppenführung, Orientierung sowie
exakte Tarierung als ähnlich anspruchsvoll dar wie in Binnengewässern.

Es wurden folgende Übungen durchgeführt: Denkmalgerechtes Ankern: Der erfahrene
Bootsführer wirft seinen Anker mithilfe GPS und Echolot gezielt so, dass das Tauchziel
sicher zu betauchen ist und nicht beschädigt wird. Körperstellung: Kopf und Brust bilden
den tiefsten Punkt des tarierten Tauchers. Die Flossen befinden sich am höchsten Punkt.
Tarierung: Zentimetergenaues Tarieren über einem Objekt ohne Benutzung der Hände.
Horizontaler statt vertikaler Flossenschlag ermöglicht Schwimmen über Weichsedimenten ohne Aufwirbelung von Schwebstoffen. Weitere Übungen, wie die Kreuzpeilung an Hand von Landmarken sowie eine Fundskizze, konnten z.T. in erstaunlicher Qualität von den Kursteilnehmern durchgeführt werden.

Mehr Information sowie Kontaktadressen:

Henrik Pohl, 2004-05-14
Presseverantwortlicher des Landesverbandes
für Unterwasserarchäologie M-V e.V.