Delphine im Atlantik bedroht

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27.04.2001
Kategorie: News
Delphine im Atlantik bedroht

Mindesten 60 Delphine sollen nach dem Willen des norwegischen Instituts für Meeresforschung von mit Schnellfeuergewehren ausgerüsteten Fischern im Nordatlantik abgeschlachtet werden. Ziel der wissenschaftlichen Studie ist angeblich die Erforschung der Rolle, die diese Meeressäuger im Marinen Ökosystem spielen.

"Das Vorhaben ist wissenschaftlicher Blödsinn, die angestrebten Forschungsziele sind entweder längst bekannt oder lassen sich leicht durch nicht-invasive Feldarbeit erzielen. Zudem
widerspricht die Tötung der Delphine Europäischem Recht", sagt ein Sprecher der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Die beiden betroffenen Arten, Atlantische
Weißschnauzendelfine und Atlantische Weißseitendelfine, stehen auf Anhang II der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Arten (CMS), die von Norwegen unterzeichnet wurde. Damit
verbunden ist die Verpflichtung, verbesserte Schutzmaßnahmen für diese Tierarten umzusetzen. So ist auch das Jagen und Anlanden von Delphinen und der Verkauf von Delfinfleisch durch die CMS in Europa verboten.

Die GRD hat die norwegische Regierung aufgefordert, die Tötungsaktion nicht zu genehmigen. "Die unhaltbare Begründung für den Abschuss gibt Anlass zu der Vermutung, daß Norwegen unter dem Deckmantel der Wissenschaft Delfinfleisch für den menschlichen Konsum hoffähig machen will", meint die GRD.

Erst kürzlich hat Norwegen angekündigt, Walfleisch nach Japan verkaufen zu wollen, obwohl dies eindeutig den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA/CITES) und der Internationalen Walfangkommission (IWC) widerspricht.

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) ist die einzige deutsche Naturschutzorganisation, die sich schwerpunktmäßig für den Schutz von wild lebenden Delfinpopulationen und den Erhalt ihrer Lebensräume einsetzt. Gegründet wurde die gemeinnützige GRD 1991 vom dreifachen Weltumsegler und Dokumentarfilmer Rollo Gebhard. Wale und Delfine sind durch unselektive Fischereimethoden wie die Treibnetzfischerei, zunehmende rücksichtslose Ausbeutung mariner Ressourcen, Meeresverschmutzung durch Giftstoffe, Abfälle und Lärm, sowie direkte Jagd heutzutage stark gefährdet.